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Kaffee am Morgen: Neue Studie zeigt überraschenden Zusammenhang mit der Herzgesundheit
Eine große Studie zeigt: Wer Kaffee vor allem morgens trinkt, weist eine geringere Herz-Kreislauf-Sterblichkeit auf.
Von Andre ·
Kaffee am Morgen: Warum die Uhrzeit offenbar eine größere Rolle spielt als gedacht Für Millionen Menschen beginnt der Tag erst dann richtig, wenn es aus der Kaffeemaschine duftet. Für diese morgendliche Gewohnheit gibt es nun interessante wissenschaftliche Rückendeckung: Eine große Untersuchung deutet darauf hin, dass nicht nur die Menge des Kaffees eine Rolle spielen könnte – sondern auch die Uhrzeit.
Forschende unter anderem von der Tulane University und der Harvard T.H. Chan School of Public Health untersuchten Daten von 40.725 Erwachsenen aus den USA. Dabei zeigte sich ein auffälliges Muster: Menschen, die ihren Kaffee überwiegend am Morgen tranken, hatten im Beobachtungszeitraum eine geringere Gesamt- und Herz-Kreislauf-Sterblichkeit als Menschen, die keinen Kaffee tranken.
Morgens Kaffee – und danach ist Schluss Die Wissenschaftler unterschieden im Wesentlichen zwei Gewohnheiten. Beim „Morgentyp“ konzentrierte sich der Kaffeekonsum auf die Zeit zwischen 4 Uhr und 11.59 Uhr. Beim zweiten Muster wurde Kaffee über den gesamten Tag verteilt getrunken – also auch am Nachmittag oder Abend.
Während einer mittleren Nachbeobachtungszeit von knapp zehn Jahren wurden 4.295 Todesfälle registriert. Nach Berücksichtigung zahlreicher Faktoren wie Alter, Rauchen, Bewegung, Ernährung, Erkrankungen und Schlafdauer zeigte sich beim morgendlichen Muster ein statistisch um 16 Prozent niedrigeres Risiko für die Gesamtsterblichkeit gegenüber Menschen, die keinen Kaffee tranken.
Noch deutlicher war der Zusammenhang bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Hier lag die statistische Risikodifferenz bei 31 Prozent . Beim über den ganzen Tag verteilten Kaffeekonsum ließ sich dagegen kein vergleichbarer signifikanter Zusammenhang feststellen.
Das bedeutet allerdings nicht: Wer morgen früh eine Tasse Espresso trinkt, senkt damit automatisch sein persönliches Risiko um 31 Prozent. Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie. Sie kann Zusammenhänge erkennen, aber keine Ursache beweisen. Auch die Forschenden betonen, dass beispielsweise Lebensstil, Arbeitszeiten oder andere bislang nicht vollständig erfasste Faktoren eine Rolle spielen könnten.
Warum könnte der Zeitpunkt eine Rolle spielen? Eine mögliche Erklärung führt zur inneren Uhr. Koffein wirkt über viele Stunden und kann insbesondere bei späterem Konsum den Schlaf beeinflussen. Schon kontrollierte Untersuchungen zeigten, dass eine größere Koffeinmenge selbst sechs Stunden vor dem Zubettgehen die Schlafdauer beeinträchtigen kann.
Daneben enthält Kaffee zahlreiche bioaktive Pflanzenstoffe. Welche davon für beobachtete gesundheitliche Effekte verantwortlich sind und wie sie mit unserem Tagesrhythmus zusammenspielen, ist jedoch noch nicht abschließend geklärt.
Auch aktuelle Herzforschung sieht Kaffee entspannter Die Ergebnisse passen zu einem größeren Wandel in der Bewertung des Getränks. In einer wissenschaftlichen Stellungnahme vom Juli 2026 kommt die American Heart Association zu dem Schluss, dass für die meisten Erwachsenen eine Koffeinaufnahme von bis zu etwa 400 Milligramm pro Tag als grundsätzlich sicher gilt. Moderater Kaffeekonsum wird in Studien zudem mit einem geringeren Risiko verschiedener Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht. Individuelle Unterschiede bleiben allerdings wichtig.
Eine allgemeine Aufforderung, nun mit dem Kaffeetrinken anzufangen, lässt sich daraus nicht ableiten. Wer Kaffee gut verträgt und ihn ohnehin gerne trinkt, bekommt aber einen angenehm einfachen Gedanken mit auf den Weg: Der morgendliche Kaffee könnte tatsächlich der passendere sein.
Und manchmal darf eine gute Nachricht eben auch nach frisch gemahlenen Bohnen riechen.
Kaffee am Morgen: Neue Studie zeigt überraschenden Zusammenhang mit der Herzgesundheit