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Jarrestraße, Uni, Volkspark: Hamburg sucht Namen für drei neue U5-Haltestellen
Bis 8. November sind Ideen für die U5-Stationen an Jarrestraße, Uni und Volkspark gefragt. Danach wählt eine Jury Favoriten, über die Hamburgerinnen und Hamburger bis 6. Dezember online abstimmen können.
Von Ulrike ·
Landungsbrücken, Jungfernstieg, St. Pauli: Viele Hamburger U-Bahn-Stationen tragen Namen, die weit über den Bahnsteig hinaus für ein Stück Stadt stehen. Für drei Stationen der neuen U5 können die Hamburgerinnen und Hamburger jetzt selbst mitbestimmen, was künftig auf Netzplänen und Anzeigetafeln steht. Gesucht werden Namen für die geplanten Haltestellen an der Jarrestraße, an der Universität und an den Arenen am Volkspark. Vorschläge sind bis zum 8. November 2026 möglich.
Drei Orte, drei Seiten der Stadt Jeder der drei Orte steht nach Darstellung der HOCHBAHN U5 Projekt GmbH, der U5-Projektgesellschaft der HOCHBAHN, für eine typische Seite Hamburgs: Wissenschaft und Forschung, lebendige Stadtquartiere sowie Sport, Konzerte und „große Emotionen“.
Die Station Jarrestraße soll unter der Barmbeker Straße entstehen, im Bereich von Jarrestadt, Winterhude und Kampnagel. 16.000 Menschen bekommen dort laut Projektgesellschaft erstmals eine U-Bahn in direkter Nähe.
Die Haltestelle an der Universität ist unter der Grindelallee geplant. Sie soll Studierende der Universität Hamburg ebenso anbinden wie die Menschen im Grindelviertel. Erwartet werden dort bis zu 34.000 Fahrgäste am Tag – damit dürfte sie zu den meistgenutzten Stationen der U5 gehören. Zum Hauptbahnhof sollen es von hier etwa fünf Minuten sein.
Die dritte Station ist im Hamburger Westen am Farnhornstieg geplant. Sie soll die großen Veranstaltungsorte am Volkspark sowie umliegende Wohn- und Gewerbegebiete erstmals direkt und zu Fuß erreichbar an die U-Bahn anschließen, ohne Shuttle und lange Wege. Nach dem Konzert oder dem Spiel soll man von dort in rund 20 Minuten am Hauptbahnhof sein.
So läuft die Namenssuche Eingereicht werden die Ideen über ein Online-Formular auf der Beteiligungsplattform schneller-durch-hamburg.de, wo es für jede der drei Haltestellen einen eigenen Dialog gibt. Vor dem Absenden müssen die Datenschutzhinweise und die Dialogregeln bestätigt werden. Nach Ende der Einreichungsphase am 8. November prüft die Projektgesellschaft die Vorschläge anhand eines Kriterienkatalogs.
Am 23. November wählt dann eine Jury für jede Station bis zu drei Favoriten aus. In ihr sitzen Vertreterinnen und Vertreter von hvv, HOCHBAHN, Bezirken, Hamburger Behörden und Stadtteilgremien. Anschließend sind wieder alle Interessierten gefragt: Bis zum 6. Dezember kann online über die endgültigen Namen abgestimmt werden.
Was einen guten Haltestellennamen ausmacht Ganz frei ist die Wahl nicht. Ein Haltestellenname soll Orientierung geben, möglichst höchstens 20 Zeichen lang, prägnant und leicht zu merken sein. Gewünscht ist ein Bezug zum Ort, etwa zur Stadtgeschichte, zu einer überlieferten Geländebezeichnung oder zu einer Persönlichkeit. Personen müssen allgemein anerkannt und seit mindestens zwei Jahren verstorben sein. Außerdem soll der Name deutsch und politisch neutral sein.
Nicht infrage kommen rassistische oder sexistische Vorschläge, Bezüge auf Orte, die es nicht mehr gibt, und Namen, die sich leicht verwechseln lassen – als Beispiel nennt die HOCHBAHN Ohlstedt und Ohlsdorf. Auch Zusätze in Klammern wie bei „Gänsemarkt (Oper)“ sollen möglichst vermieden werden.
Klaus Uphoff, technischer Geschäftsführer der U5-Projektgesellschaft, versteht die Aktion als Einladung: Die Hamburgerinnen und Hamburger könnten „schon heute ein Teil dieser Geschichte“ werden – der Geschichte einer Linie, die künftig Menschen aus allen Teilen der Stadt verbinden soll. „Jede Idee erzählt etwas über unsere Stadt“, sagt Uphoff. Eine Namenssuche hatte die Projektgesellschaft bereits im Februar angekündigt. Kaufmännische Geschäftsführerin Petra Welge sprach damals davon, die U5 „nicht nur für, sondern auch mit den Menschen zu gestalten“.
Ein Name mit langem Vorlauf Bis an den drei Stationen die ersten Züge halten, braucht es allerdings Geduld. Die U5 soll auf rund 29 Kilometern von Bramfeld im Osten über die Innenstadt bis nach Osdorf im Westen führen, mit insgesamt 24 Haltestellen. Gebaut wird bisher am ersten Abschnitt zwischen Bramfeld und City Nord; dort soll Ende 2027 der Probebetrieb der vollautomatischen Linie starten, erste Fahrgäste sollen ab 2029 mitfahren. Die Weiterführung bis zur Jarrestraße ist nach Planung der Projektgesellschaft bis 2035 vorgesehen, der Streckenverlauf zwischen Jarrestraße und den Arenen war Anfang 2026 noch in der Entwurfs- und Genehmigungsplanung.
Ist die Linie einmal komplett, sollen täglich mehr als 315.000 Fahrgäste mit ihr unterwegs sein. Die Namen, die Hamburg jetzt mit aussucht, werden also viele Menschen auf ihren Wegen durch die Stadt begleiten.
Themen: U5 Hamburg, Haltestellennamen, Namenssuche, Bürgerbeteiligung, HOCHBAHN, Jarrestraße, Volkspark
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