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Tigerbestand wächst: Diese Projekte machen das Zusammenleben sicherer
In mehreren Regionen Asiens erholen sich die Tigerbestände. Entscheidend für den dauerhaften Erfolg sind Projekte, die nicht nur Tiere und Wälder schützen, sondern auch das Leben der Menschen sicherer und wirtschaftlich stabiler machen.
Von Ulrike ·
Tiger kehren zurück – und der Artenschutz kommt bei den Menschen an Noch vor wenigen Jahrzehnten schien die Zukunft des Tigers düster. Inzwischen zeigt sich in mehreren Teilen Asiens ein anderes Bild: Wo Schutzgebiete besser überwacht, Waldkorridore wiederhergestellt und lokale Gemeinschaften beteiligt werden, wachsen die Bestände wieder.
Ein besonders eindrucksvolles Beispiel liefert Nepal. Die jüngste landesweite Erhebung zählt 429 wild lebende Tiger – gegenüber 355 im Jahr 2022 und 121 im Jahr 2009. Damit hat sich der Bestand innerhalb von 17 Jahren mehr als verdreifacht. Auch Indien meldete bei seiner letzten großen Erhebung einen Anstieg: Der Schätzwert wuchs von 2.967 Tigern im Jahr 2018 auf 3.682 im Jahr 2022.
Doch mit der Rückkehr der Raubkatzen entsteht eine neue Aufgabe. Tiger halten sich nicht ausschließlich in abgelegenen Schutzgebieten auf. Sie durchqueren Wälder, Felder und Siedlungsränder, an denen Menschen Vieh halten oder natürliche Ressourcen nutzen. Erfolgreicher Artenschutz muss deshalb auch das Risiko für diese Menschen verringern.
Genau hier setzen lokale Koexistenzprojekte an. In sieben asiatischen Ländern werden unter anderem raubtiersichere Viehgehege, solarbetriebene Zäune, Frühwarnsysteme und schnelle Einsatzteams aufgebaut. Gemeinschaften beteiligen sich an der Beobachtung der Tiere und erhalten Unterstützung beim Zugang zu Ausgleichszahlungen. Nachhaltige Landwirtschaft, Ökotourismus, saubere Energie und zusätzliche Einkommensmöglichkeiten sollen zugleich die Abhängigkeit von den Wäldern reduzieren.
Das von Deutschland mitfinanzierte „Integrated Tiger Habitat Conservation Programme“ berichtet inzwischen von mehr als 12.000 Hektar wiederhergestellter oder besser geschützter Lebensräume. Über 107.000 Menschen profitierten nach Angaben des Programms von Einkommensprojekten, Schutzmaßnahmen und Energieangeboten; 54 Prozent davon waren Frauen.
Trotzdem bleibt der Tiger stark gefährdet. Wilderei, schwindende Beutebestände und zerschnittene Lebensräume bedrohen besonders kleinere Populationen. Auch die häufig zitierte globale Zunahme um 40 Prozent zwischen 2015 und 2022 bedeutet nicht, dass sich die Zahl der Tiger tatsächlich in diesem Umfang vermehrt hat. Ein erheblicher Teil geht auf bessere Erhebungen zurück. Die IUCN bewertet den weltweiten Trend vorsichtig als stabil bis zunehmend.
Die regionalen Erfolge zeigen dennoch: Konsequenter Schutz wirkt am besten, wenn Menschen nicht nur beteiligt werden, sondern selbst davon profitieren.
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