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Herbstanfang 2026: Neun gute Gründe, warum wir uns jetzt auf den Herbst freuen können
Kühlere Nächte, mehr Lust auf Bewegung und Farben satt: Neun gute Gründe, den Herbst willkommen zu heißen.
Von Max ·
Endlich Herbst: Neun gute Gründe, warum wir uns jetzt auf die neue Jahreszeit freuen können Der Sommer geht, der Herbst übernimmt. Und statt dem nächsten Sonnenuntergang am Badesee hinterherzutrauern, lohnt sich ein Blick auf das, was jetzt kommt: bessere Nächte, spektakuläre Wälder, Erntezeit und vielleicht sogar ein kleiner Neustart.
Der Kalender ist dabei etwas komplizierter, als es die ersten Kürbisse im Supermarkt vermuten lassen: Für Meteorologen beginnt der Herbst am 1. September . Astronomisch dauert der Sommer 2026 dagegen noch bis zum 23. September um 2.05 Uhr MESZ .
Der Natur ist diese Unterscheidung ohnehin ziemlich egal. Die Tage werden bereits kürzer, vielerorts werden die Nächte angenehmer – und langsam beginnt jene Jahreszeit, die erstaunlich viele kleine Vorzüge mitbringt.
1. Die Nächte bekommen ihre natürliche Klimaanlage zurück Wer während heißer Sommernächte erfolglos Kissen gewendet und Fenster aufgerissen hat, dürfte sich über sinkende Nachttemperaturen besonders freuen.
Das ist nicht nur eine Frage des Komforts. Untersuchungen zeigen, dass hohe Temperaturen Schlafdauer und Schlafqualität beeinträchtigen können. Auch das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass besonders sogenannte Tropennächte – Nächte, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad fällt – die nächtliche Erholung des Körpers erschweren können.
Der Herbst bringt also eine der einfachsten Wellness-Anwendungen zurück: ein kühles Schlafzimmer – ganz ohne Stromanschluss.
2. Draußen bewegen macht wieder mehr Spaß Joggen bei 32 Grad klingt für viele weniger nach Freizeit als nach freiwilligem Belastungstest. Mit gemäßigteren Temperaturen werden Spaziergänge, Wanderungen, Fahrradtouren oder Laufrunden wieder angenehmer.
Dass sich Bewegung lohnt, ist gut belegt. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Erwachsenen mindestens 150 bis 300 Minuten moderate Bewegung pro Woche. Regelmäßige Aktivität wirkt sich unter anderem positiv auf Herz-Kreislauf-Gesundheit, psychisches Wohlbefinden und Schlaf aus.
Und vielleicht fühlt sich eine Stunde durch einen herbstlichen Wald ohnehin weniger nach „Sportprogramm“ als nach einem ziemlich guten Nachmittag an.
3. Der Wald veranstaltet sein jährliches Farbexperiment Wenn Blätter gelb, orange und rot werden, passiert weit mehr als nur hübsche Kulisse für Spaziergänge.
Mit den kürzer werdenden Tagen beginnen viele Laubbäume, das grüne Chlorophyll in ihren Blättern abzubauen und wertvolle Bestandteile einzulagern. Dadurch werden andere Farbstoffe sichtbar: Karotinoide sorgen beispielsweise für gelbe und orange Farbtöne, Anthocyane können kräftiges Rot und Violett erzeugen.
Der berühmte „goldene Herbst“ ist damit eigentlich ein ziemlich ausgeklügeltes Recyclingprogramm der Natur.
4. Ein Spaziergang kann gleich doppelt guttun Die Natur sieht im Herbst nicht nur gut aus. Zeit im Grünen kann auch dem Wohlbefinden zugutekommen.
Eine systematische Übersicht zu naturbasierten Aktivitäten fand positive Effekte unter anderem auf Stimmung, Ängstlichkeit und depressive Symptome. Die Forschung ist nicht in allen Bereichen eindeutig – aber insgesamt sprechen zahlreiche Untersuchungen dafür, dass Bewegung und Aufenthalt in natürlichen Umgebungen eine wohltuende Kombination sein können.
Man braucht dafür keinen Nationalpark. Auch Stadtwald, Park oder eine halbe Stunde am Wasser zählen.
5. Auf Wochenmärkten beginnt eine der besten Jahreszeiten Der Herbst ist Erntezeit – und das macht sich auf Tellern bemerkbar.
Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Kürbis, Rote Bete, verschiedene Kohlsorten und Wurzelgemüse bringen wieder andere Aromen in die Küche. Das Bundeszentrum für Ernährung weist darauf hin, dass saisonale Produkte häufig frischer und günstiger sind; heimische Saisonware kann zudem Transportwege verkürzen.
Aus einem Einkauf werden dann plötzlich Kürbissuppe, Ofengemüse, Apfelkuchen oder ein großer Topf Eintopf. Der Herbst ist möglicherweise die einzige Jahreszeit, in der ein Topf Suppe beinahe als Freizeitaktivität durchgeht.
6. Wespen verabschieden sich langsam von der Kaffeetafel Ganz verschwinden sie Anfang September noch nicht. Aber ihre Saison nähert sich dem Ende.
Viele Wespenarten erreichen im Spätsommer den Höhepunkt ihrer Volksentwicklung. Anschließend lösen sich die Staaten allmählich auf; je nach Art endet der Lebenszyklus zwischen Spätsommer und Herbst. Bei der Deutschen und der Gemeinen Wespe kann der Besuch am Kuchen allerdings noch bis weit in den Herbst hinein dauern.
Mit anderen Worten: Das Stück Pflaumenkuchen wird allmählich wieder weniger hart umkämpft.
7. Gemütlichkeit bekommt plötzlich einen guten Grund Im Sommer fühlt sich ein Abend auf dem Sofa manchmal an, als hätte man das schöne Wetter nicht ausreichend genutzt. Im Herbst verschwindet dieses schlechte Gewissen ziemlich zuverlässig.
Die früher einsetzende Dunkelheit verändert unseren Tagesrhythmus. Bücher, Spieleabende, gemeinsames Kochen, Kino oder schlicht eine Tasse Tee bekommen wieder ihren festen Platz.
Das klingt banal, ist aber ein schöner Nebeneffekt der Jahreszeit: Nicht jeder gute Tag muss bis 22 Uhr draußen stattfinden.
8. Sonnenstrahlen werden wieder zu kleinen Ereignissen Im Hochsommer nehmen wir einen blauen Himmel schnell als selbstverständlich hin. Im Herbst verändert sich die Wahrnehmung.
Ein sonniger Nachmittag zwischen zwei grauen Tagen wird plötzlich zum Anlass für einen Spaziergang. Licht fällt flacher durch die Bäume, Nebel löst sich am Morgen auf, und selbst ein kurzer Kaffee draußen fühlt sich ein wenig nach Bonuszeit an.
Vielleicht besteht ein Teil der herbstlichen Freude deshalb nicht darin, dass es mehr Schönes gibt – sondern darin, dass wir es wieder bewusster bemerken.
9. Der September kann sich wie ein zweites Neujahr anfühlen Nach Ferien und Sommermodus beginnt für viele Menschen im September wieder ein klarerer Alltag. Schulen starten, Projekte kommen zurück auf den Tisch, Sportkurse beginnen, Termine bekommen Struktur.
Dazu passt ein interessantes psychologisches Phänomen: Forschende sprechen vom „Fresh Start Effect“ . Studien zeigen, dass zeitliche Wendepunkte – etwa der Beginn eines Monats, einer Woche oder eines neuen Lebensabschnitts – Menschen häufiger motivieren, neue Ziele anzugehen.
Vielleicht braucht es also gar keinen 1. Januar für einen Neustart.
Der 1. September funktioniert ebenfalls.
Der Herbst muss den Sommer nicht ersetzen Natürlich gehören zum Herbst auch Regen, graue Tage und irgendwann die Suche nach der Jacke, von der man im Mai noch überzeugt war, sie an einen sehr vernünftigen Ort gelegt zu haben.
Doch vielleicht liegt gerade darin sein Reiz.
Der Herbst verlangt nicht, dass jeden Tag etwas passieren muss. Er bringt Bewegung und Rückzug, Farbe und Nebel, Ernte und Ruhe zusammen. Und nach einem langen Sommer kann genau dieser Wechsel ziemlich gut tun.
Manchmal besteht eine gute Nachricht schließlich nicht darin, dass etwas Neues beginnt.
Sondern darin, dass sich etwas verändert.
Herbstanfang 2026: Neun gute Gründe, warum wir uns jetzt auf den Herbst freuen können