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Hamburger Jungkoch holt Platz 2: Sein Gericht erzählt von Syrien bis Hamburg
Der 26-jährige Nouri Abou Alchaar erzählt auf dem Teller seinen Weg von Syrien nach Hamburg – und überzeugt damit eine Sterne-Jury in Frankfurt.
Von Michael Beier ·
Manche Gerichte schmecken nicht nur, sie erzählen auch etwas. Das von Nouri Abou Alchaar erzählt ein ganzes Leben. Der 26-jährige Koch aus Hamburg hat beim deutsch-österreichischen Vorentscheid der S.Pellegrino Young Chef Academy Competition den zweiten Platz belegt – mit einem Teller, der seinen Weg von Syrien nach Deutschland nachzeichnet.
Zehn Talente, eine Sterne-Jury Der Kochwettbewerb für junge Talente fand am 27. Oktober in Frankfurt am Main statt. Zehn Nachwuchsköchinnen und -köche aus Deutschland und Österreich traten gegeneinander an. Ausgewählt hatte sie vorab die Kochausbildungsstätte Alma.
In der Jury saßen Spitzenköchinnen und Spitzenköche – laut Genuss-Guide Hamburg mit zusammen neun Michelin-Sternen –, darunter Christian Bau und Andreas Krolik. Bewertet wurden Geschmack, handwerkliches Können und Kreativität, aber auch die persönliche Geschichte hinter dem Gericht. Gerade dieser letzte Punkt passt zu Abou Alchaar.
„Lamb Journey“: eine Reise auf dem Teller Sein Gericht heißt „Lamb Journey“, und der Name ist Programm. Im Mittelpunkt steht Lamm, verarbeitet nach dem Nose-to-Tail-Prinzip, bei dem möglichst viele Teile des Tieres verwendet werden. Dazu kommen Aromen aus seiner syrischen Heimat wie Bulgur, Aleppo-Pfeffer und Kreuzkümmel. Sie treffen auf japanische Zutaten wie Miso, Ponzu und Nori.
Auch die Optik hat eine Botschaft: Kurz vor dem Servieren wird graue Asche über den Teller gestreut – ein Bild für Krieg und Zerstörung. Frisches Grün setzt dagegen ein Zeichen für Hoffnung und Neubeginn. So wird aus einem Wettbewerbsgericht eine kleine Erzählung über Abschied, Ankommen und Weitermachen. „Der Wettbewerb hatte für mich eine ganz besondere persönliche Bedeutung“, sagt der Hamburger Koch.
Knapp am Finale vorbei Den Sieg holte Nicolas Dekimpe, 23 Jahre alt und Sous-Chef in einem Wiener Restaurant. Er reist damit zum Weltfinale 2027 nach Mailand. Platz drei ging an Bernhard Hirschbeck aus Hallwang in Österreich. Für Abou Alchaar reicht der zweite Rang zwar nicht für das Weltfinale – doch unter zehn ausgewählten Talenten aus zwei Ländern auf dem Treppchen zu stehen, ist für einen jungen Koch eine starke Visitenkarte.
Und für Hamburg ist es eine schöne Nachricht: Aus der Stadt kommt ein junger Koch, der seine eigene Geschichte mit Neugier auf andere Küchen verbindet – und damit selbst Sterne-Profis überzeugt.
Themen: Kochwettbewerb, Nachwuchskoch, Young Chef, Hamburger Gastronomie, Syrische Küche, Fine Dining, Kulinarik
Hamburger Jungkoch holt Platz 2: Sein Gericht erzählt von Syrien bis Hamburg