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„Hals- und Beinbruch“: Warum wir uns eigentlich etwas Wundervolles wünschen
Es klingt nach einem Albtraum für jeden Sportler oder Künstler – doch wer jemandem „Hals- und Beinbruch“ wünscht, meint es in Wahrheit gut. Woher stammt dieser kuriose Brauch, warum schützt er angeblich vor dem Bösen und was hat das Jiddische damit zu tun? Eine überraschend herzerwärmende Sprachreise.
Von Andre ·
Warum wir uns „Hals- und Beinbruch“ wünschen
Wenn der Vorhang aufgeht oder eine große Prüfung bevorsteht, gibt es diesen einen Satz, der erst einmal nach Hospital klingt: „Hals- und Beinbruch!“ Warum wünscht man lieben Menschen freiwillig schwere Verletzungen?
Die Antwort ist ein sprachliches Meisterwerk aus Humor, Aberglaube und Völkerverständigung.
Der Ursprung liegt im jiddischen Gruß „Hazlacha u'Bracha“ ($\text{הצלחה וברכה}$), was übersetzt schlicht „Erfolg und Segen“ bedeutet. Als dieser Segenswunsch im 19. Jahrhundert in den deutschsprachigen Raum wanderte, verstanden die Einheimischen die fremden Laute lautmalerisch falsch. Aus Hazlacha wurde rein akustisch „Hals“, aus u'Bracha der „Bruch“.
Doch das Missverständnis hielt sich nicht nur – es passte perfekt in das damalige Weltbild. Nach altem Aberglauben lockt man nämlich das Unglück an, wenn man laut wünscht, was man sich wirklich erhofft: Neidische Geister und Dämonen könnten den Plan durchkreuzen. Wünscht man dem Gegenüber jedoch das Schlimmste, wenden sich die bösen Mächte zufrieden ab.
So wurde aus einem hebräischen Segen ein sprachlicher Schutzschild. Wenn wir heute also „Hals- und Beinbruch“ rufen, schenken wir eigentlich tiefen Segen – getarnt als kleines linguistisches Versteckspiel.
„Hals- und Beinbruch“: Warum wir uns eigentlich etwas Wundervolles wünschen