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Gute Nachrichten aus dem Amazonas: So stark geht die Entwaldung 2026 zurück
Ein starkes Signal aus dem größten Regenwald der Erde: Im brasilianischen Amazonas sind die Entwaldungswarnungen im ersten Halbjahr 2026 um rund 38 Prozent gesunken. Dahinter steckt mehr als nur Satellitentechnik.
Von Max ·
Amazonas: Entwaldungswarnungen fallen auf niedrigsten Halbjahreswert seit zehn Jahren Brasiliens Amazonasgebiet sendet ein ermutigendes Signal: Im ersten Halbjahr 2026 ist die Fläche mit registrierten Entwaldungswarnungen deutlich zurückgegangen. Zwischen Januar und Juni wurden rund 1.295 Quadratkilometer erfasst – etwa 38 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum 2025 . Damit erreichte der Wert den niedrigsten Stand für ein erstes Halbjahr seit Beginn der aktuellen DETER-B-Datenreihe vor zehn Jahren.
Die Zahlen stammen aus dem Satellitenmonitoring des brasilianischen Weltraumforschungsinstituts INPE. Sein System DETER erkennt nahezu in Echtzeit Veränderungen der Vegetationsdecke und liefert Behörden Hinweise darauf, wo möglicherweise Wald gerodet oder geschädigt wird. Diese Informationen helfen unter anderem der Umweltbehörde Ibama dabei, Kontrollen und Einsätze gezielt zu planen.
Auch der Blick auf einen längeren Zeitraum zeigt, dass es sich nicht nur um einen einzelnen guten Monat handelt. Von August 2025 bis Juni 2026 summierten sich die Entwaldungswarnungen in der Amazonasregion auf 2.485,9 Quadratkilometer. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es noch 3.959,98 Quadratkilometer – ein Rückgang um 37,2 Prozent . Allein im Juni sank die erfasste Fläche gegenüber Juni 2025 um 35 Prozent.
Mehr Kontrolle – und wirtschaftlicher Druck gegen illegale Rodungen Hinter der Entwicklung steht ein Bündel verschiedener Maßnahmen. Brasilien hat seinen Aktionsplan zur Verhinderung und Kontrolle der Entwaldung im Amazonasgebiet, den PPCDAm , wieder gestärkt. Er verbindet Satellitenüberwachung und Strafverfolgung mit Raumplanung, nachhaltiger Wirtschaft sowie finanziellen Instrumenten. Das erklärte Ziel: die Entwaldung bis 2030 auf null zu bringen.
Dabei geht es längst nicht mehr nur um Kontrollen tief im Regenwald. Auch Finanzströme werden zunehmend einbezogen. Der brasilianische Entwicklungsbank BNDES zufolge wurden seit Februar 2023 Kreditanträge von mehr als 1,1 Milliarden brasilianischen Real abgelehnt, weil bei den betroffenen Grundstücken Hinweise auf illegale Entwaldung vorlagen. Dabei werden unter anderem Daten von MapBiomas mit Finanzierungsanträgen abgeglichen.
Parallel dazu wurde der Amazonasfonds nach seiner Wiederbelebung erheblich ausgebaut. Allein 2025 wurden 22 Projekte im Umfang von insgesamt 2,2 Milliarden Real genehmigt. Die Mittel fließen unter anderem in Waldschutz, Überwachung, Brandprävention, nachhaltige Wirtschaftsmodelle und Projekte mit lokalen und indigenen Gemeinschaften.
Ein Erfolg – aber noch kein Grund, sich zurückzulehnen So erfreulich der Rückgang ist: 1.295 Quadratkilometer betroffene Fläche innerhalb von sechs Monaten bleiben erheblich. Zudem weist das INPE ausdrücklich darauf hin, dass DETER ein Frühwarnsystem ist. Seine Daten zeigen Trends und dienen der schnellen Kontrolle vor Ort; die endgültige jährliche Entwaldungsrate Brasiliens wird mit dem detaillierteren PRODES-System bestimmt. Bewölkung kann die Erfassung zusätzlich erschweren.
Gerade deshalb ist der aktuelle Trend bedeutsam. Er zeigt, dass sich Waldverlust nicht zwangsläufig immer weiter beschleunigen muss. Konsequente Überwachung, wirksame Kontrollen, finanzielle Anreize und nachhaltige Alternativen können gemeinsam einen Unterschied machen.
Der Amazonas ist damit noch lange nicht gerettet. Aber die neuen Zahlen zeigen etwas Entscheidendes: Die Richtung lässt sich verändern.
Gute Nachrichten aus dem Amazonas: So stark geht die Entwaldung 2026 zurück