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Großstadtrevier im St. Pauli Theater: Sechs Serienstars sitzen im Maskenmobil fest
Die Komödie von Saskia Fischer kehrt im Dezember nach St. Pauli zurück: 14 Abende, ein Ensemble als es selbst und ein Fan.
Von Michael Beier ·
Die Davidwache steht direkt neben dem St. Pauli Theater. Wer im Dezember am Spielbudenplatz ins Theater geht, sitzt also gleich neben dem echten Vorbild der Wache aus dem „Großstadtrevier“. Auf der Bühne warten sechs Serienstars, die festsitzen. Allerdings in keiner Zelle, sondern in einem Maskenmobil, also dem Wagen, in dem Schauspieler vor dem Dreh geschminkt werden.
„Ein Stück Großstadtrevier“ läuft vom 4. bis 19. Dezember 2026 wieder im St. Pauli Theater. Uraufgeführt wurde die Komödie im Oktober 2025, jetzt folgt die Wiederaufnahme mit 14 Vorstellungen, jeweils um 20 Uhr.
Es spielen Patrick Abozen, Saskia Fischer, Enrique Fiß, Farina Flebbe, Sven Fricke und Maria Ketikidou, die das Publikum aus der ARD-Serie kennt. Ihre Fernsehrollen lassen sie an diesem Abend in der Garderobe: Auf der Bühne stehen sie als sie selbst. Aus dem Off ist die Stimme von Nicole Heesters zu hören.
Eine klemmende Tür und ein Fan mit Forderungen Die Geschichte beginnt am frühen Morgen. Bevor gedreht wird, ist ein gemeinsamer Fototermin angesetzt. Ausgerechnet jetzt lässt sich die Tür des Maskenmobils nicht mehr öffnen. Draußen wartet ein hartnäckiger Fan. Er verlangt „Jans Rückkehr“, eine Anspielung auf den verstorbenen Jan Fedder, und droht: Sonst gibt es keinen Kuchen und kein Entkommen.
Drinnen bleibt nur Reden. Über frühere Kolleginnen und Kollegen, über Quotendruck und Textangst, über die Mechanik einer Serie, über Fans und Freundschaft. Das Theater kündigt den Abend als komisch, melancholisch und absurd an.
Frau Küppers schreibt das Drehbuch selbst Den Grundtext hat Saskia Fischer verfasst. Im Fernsehen leitet sie als Frau Küppers das Kommissariat. Fertig wurde das Stück erst auf den Proben, denn das Ensemble hat die Vorlage dort mit eigenem Material vervollständigt. Regie führt Guntbert Warns, Ulrich Waller ist für die Co-Regie zuständig. Das Bühnenbild hat Manfred Gruber entworfen, die Kostüme Ariane Warns.
Rückblick: So lief die erste Spielzeit Schon die erste Spielzeit kam gut an. „Ein selbstironischer, schräger und nostalgischer Abend“, urteilte die Hamburger Morgenpost. Regulär endete die Spielzeit am 16. November 2025, für Januar 2026 wurden danach zwei Zusatzvorstellungen angesetzt.
Nebenbei sammelte das Ensemble 2025 Geld: Enrique Fiß hatte die Aktion angestoßen und sprach nach jeder Vorstellung zum Publikum. Bis Anfang Dezember 2025 kamen so 15.555 Euro für den Verein MenscHHamburg zusammen. „Wirklich unfassbar, was das Publikum gespendet hat. Ich hätte nie gedacht, dass wir so eine Summe erreichen“, sagte Saskia Fischer damals der Hamburger Morgenpost.
Ein Ohrwurm zum Schluss Erfunden hat das „Großstadtrevier“ der Krimi-Regisseur Jürgen Roland im Jahr 1984. Die fiktive Wache darin hat die Davidwache zum Vorbild, was dem Stück am Spielbudenplatz einen besonderen Heimvorteil verschafft. Zum Finale gibt es an ausgewählten Abenden Musik: Hamburger Musikerinnen und Musiker spielen ihre eigene Version des Truck-Stop-Hits über das „Großstadtrevier“. An welchen Terminen das passiert und wer auftritt, nennt das Theater bislang nicht.
Termine und Tickets Gespielt wird vom 4. bis 19. Dezember 2026 dienstags bis sonntags um 20 Uhr, montags ist spielfrei. Der Abend dauert rund zwei Stunden mit Pause. Karten kosten dienstags bis donnerstags und sonntags 19 bis 54 Euro, freitags und samstags 24 bis 64 Euro. Tickets gibt es über die Seite des St. Pauli Theaters oder telefonisch unter (040) 4711 0 666, montags bis samstags von 10 bis 18 Uhr. Adresse: St. Pauli Theater, Spielbudenplatz 29–30, 20359 Hamburg.
Themen: Großstadtrevier, St. Pauli Theater, St. Pauli, Saskia Fischer, Theater, Davidwache, Hamburg
Großstadtrevier im St. Pauli Theater: Sechs Serienstars sitzen im Maskenmobil fest