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Greifswald entdecken: Warum diese Ostsee-Stadt Kunst, Geschichte und Natur so besonders verbindet
Eine mittelalterliche Altstadt, Deutschlands größter Museumshafen und die Landschaften Caspar David Friedrichs: Greifswald vereint auf erstaunlich kleinem Raum Kultur, Wasser und Natur. Wer die vorpommersche Universitätsstadt besucht, entdeckt eine Ostsee-Perle, die sich angenehm leise ihren eigenen Charme bewahrt hat.
Von Madalina ·
Greifswald: Wo Backsteingotik, Kunst und Boddenluft zusammenfinden Eine mittelalterliche Altstadt, historische Segelschiffe und die Landschaften Caspar David Friedrichs: Greifswald verbindet auf kleinem Raum Kultur, Wasser und Natur. Die vorpommersche Universitätsstadt ist dabei weit mehr als ein Zwischenstopp auf dem Weg nach Rügen oder Usedom.
Zwischen farbigen Giebelhäusern, alten Backsteinkirchen und dem Fluss Ryck entfaltet Greifswald einen angenehm unaufgeregten Charme. Nur wenige Kilometer trennen das historische Zentrum vom Fischerdorf Wieck, der Klosterruine Eldena und dem Greifswalder Bodden.
Von der Hansestadt zur lebendigen Universitätsstadt Die Geschichte Greifswalds begann im Umfeld des um 1199 gegründeten Zisterzienserklosters Eldena. 1248 wurde die Siedlung erstmals urkundlich erwähnt, zwei Jahre später erhielt sie das lübische Stadtrecht. Als Mitglied der Hanse entwickelte sich Greifswald zu einem bedeutenden Handelsort mit Verbindungen nach Skandinavien, England und Osteuropa.
Bis heute prägen Kaufmannshäuser, Speicher und mächtige Kirchen das Stadtbild. Gleichzeitig sorgt die 1456 gegründete Universität, eine der ältesten Hochschulen Deutschlands, für studentisches Leben und eine junge Atmosphäre.
Das Zentrum der Altstadt bildet der rund 11.000 Quadratmeter große Marktplatz. Gotische Giebelhäuser, die Ratsapotheke und das rote Rathaus rahmen den Platz ein. Darüber erheben sich die drei großen Backsteinkirchen St. Nikolai, St. Marien und St. Jacobi, die von den Einheimischen „Langer Nikolaus“, „Dicke Marie“ und „Kleiner Jacob“ genannt werden.
Rund um die Altstadt verlaufen grüne Wallanlagen, die aus den früheren Befestigungen hervorgegangen sind. So lassen sich Stadtgeschichte und Erholung gut miteinander verbinden.
Auf den Spuren Caspar David Friedrichs Greifswald ist eng mit Caspar David Friedrich verbunden. Der hier geborene Maler machte die Landschaft Vorpommerns zu einem zentralen Motiv der deutschen Romantik.
Ein Bildweg verbindet 15 Orte, die mit seinem Leben und Werk verknüpft sind. Er führt von der Altstadt über den Museumshafen bis zur Klosterruine Eldena. Im Caspar-David-Friedrich-Zentrum können Besucher die frühere Seifensiederei seiner Familie und Ausstellungen zu seinem Werk entdecken.
Auch das Pommersche Landesmuseum widmet dem Künstler einen wichtigen Teil seiner Sammlung. Dort sind mehrere Originalgemälde Friedrichs sowie Ausstellungen zur Geschichte Pommerns zu sehen.
Besonders eindrucksvoll ist die Klosterruine Eldena. Das ehemalige Zisterzienserkloster wurde im Dreißigjährigen Krieg stark zerstört und später als Baumaterial genutzt. Friedrich machte die Ruine durch seine Gemälde zu einem Sinnbild der Romantik. Heute liegt sie in einem weitläufigen Park und dient im Sommer als Kulisse für Konzerte und Kulturveranstaltungen.
Historische Schiffe und ein Weg zum Bodden Direkt am Rand der Innenstadt liegt Deutschlands größter Museumshafen. Mehr als 50 historische Segler, Schlepper und Arbeitsschiffe liegen an beiden Ufern des Rycks. Viele sind noch fahrtüchtig, einige bieten Ausfahrten oder gastronomische Angebote an.
Vom Hafen führt der historische Treidelpfad rund fünf Kilometer nach Wieck. Früher wurden auf diesem Weg Schiffe flussaufwärts gezogen, heute ist er eine beliebte Strecke für Radfahrer und Spaziergänger.
In Wieck mündet der Ryck in den Greifswalder Bodden. Reetgedeckte Häuser, Fischkutter und die hölzerne Klappbrücke von 1887 prägen das Bild des alten Fischerdorfs. In der Nähe liegen die Klosterruine Eldena und das Strandbad mit flachem Wasser.
Damit bietet Greifswald eine seltene Kombination: Am Vormittag lassen sich Kirchen und Museen besuchen, am Nachmittag führt eine kurze Radtour ans Wasser.
Viel Grün und kurze Wege Auch innerhalb der Stadt spielt Natur eine wichtige Rolle. Der Botanische Garten der Universität wurde 1763 gegründet und gehört zu den ältesten seiner Art in Deutschland. Neben historischen Gewächshäusern gibt es Sammlungen von Heil-, Gewürz- und Wasserpflanzen sowie ein separates Arboretum.
Wallanlagen, Ryckufer, Boddenküste und Botanischer Garten bilden ein Netz aus grünen und blauen Räumen. Viele Sehenswürdigkeiten sind zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar. Vom Bahnhof sind es nur wenige Minuten bis in die Altstadt.
Diese kompakte Struktur macht Greifswald zu einem guten Ziel für einen autofreien Kurzurlaub. Statt lange Strecken zwischen einzelnen Attraktionen zurückzulegen, lassen sich Kunst, Geschichte und Natur an einem einzigen Tag miteinander verbinden.
Die Stärke liegt in der Mischung Greifswald besitzt nicht die Größe Lübecks oder die Bekanntheit der großen Ostseebäder. Gerade das macht den Reiz der Stadt aus. Sie wirkt vielerorts unverstellt und angenehm ruhig.
Ihre eigentliche Besonderheit liegt nicht in einem einzelnen Wahrzeichen, sondern in der Verbindung aus Hansegeschichte, Universität, romantischer Kunst, historischen Schiffen und der Nähe zum Wasser.
Wer Greifswald besucht, entdeckt eine Stadt, die ihr kulturelles Erbe bewahrt, ohne stehen zu bleiben – kreativ, naturnah und mit viel Raum für eigene Entdeckungen.
Greifswald entdecken: Warum diese Ostsee-Stadt Kunst, Geschichte und Natur so besonders verbindet