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Gesund essen, langsamer altern? Studie zeigt, warum es nicht die eine beste Diät gibt
Mediterran, nordisch oder pflanzenbetont: Eine Studie zeigt, warum beim gesunden Altern Vielfalt erlaubt ist.
Von Tobias ·
Gesund essen, langsamer altern? Warum es offenbar nicht die eine perfekte Diät braucht Wer gesund älter werden möchte, muss offenbar nicht sein Leben lang einem einzigen Ernährungsplan folgen. Eine große deutsche Untersuchung liefert dafür eine erfreulich alltagstaugliche Botschaft: Unterschiedliche gesunde Ernährungsweisen sind mit einem langsameren biologischen Altern verbunden. Entscheidend scheint weniger der Name der Diät zu sein als ihre Qualität insgesamt.
Fast 7.500 Menschen und drei „Uhren“ des Alterns Forschende des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) untersuchten zunächst Daten von 6.470 Erwachsenen aus der Rheinland Studie. Die Teilnehmenden waren zwischen 30 und 95 Jahre alt. Zentrale Ergebnisse überprüfte das Team anschließend anhand von rund 1.000 Menschen aus der EPIC-Potsdam-Studie.
Dabei ging es nicht um Falten, graue Haare oder das Geburtsdatum. Die Forschenden wollten wissen, wie schnell der Körper auf molekularer Ebene altert.
Dafür analysierten sie sogenannte DNA-Methylierungen. Das sind chemische Markierungen an der Erbsubstanz, deren Muster sich im Laufe des Lebens verändern. Aus rund 850.000 untersuchten Stellen der DNA berechnete das Team mit drei unterschiedlichen „epigenetischen Uhren“ Hinweise auf biologisches Alter und Alterungsgeschwindigkeit.
Mittelmeer, Norden oder pflanzenbetont: Viele Wege führen ans Ziel Parallel dazu wurde untersucht, wie gut die Ernährung der Teilnehmenden zu zehn etablierten Ernährungsscores passte. Darunter waren unter anderem die mediterrane Ernährung, die nordische Ernährung, DASH, MIND, der Alternative Healthy Eating Index sowie verschiedene pflanzenbasierte Ernährungsmuster.
Das bemerkenswerte Ergebnis: Eine höhere Ernährungsqualität ging bei sehr unterschiedlichen Konzepten tendenziell mit günstigeren Werten der biologischen Alterungsmarker einher. Besonders konsistente Zusammenhänge fanden die Forschenden für die DASH- und die nordische Ernährung. Insgesamt waren jedoch die Unterschiede zwischen den gesunden Ernährungsmustern vergleichsweise klein.
Das spricht gegen die Vorstellung, es gebe genau eine Ernährungsweise, die für alle Menschen die richtige sei.
Was gesunde Ernährungsmuster gemeinsam haben So verschieden mediterrane, nordische oder pflanzenbetonte Ernährung auf dem Teller aussehen können, ihre Grundidee ähnelt sich häufig: viel Gemüse und Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und hochwertige pflanzliche Öle – und eher weniger stark verarbeitete Lebensmittel.
Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für gesunde Erwachsene eine überwiegend pflanzliche Ernährung mit viel Gemüse und Obst, Vollkorn, Hülsenfrüchten und Nüssen.
Interessant ist zudem, was die Forschenden im Erbgut fanden: Mehr als 70 Prozent der biologischen Signalwege, die mit den verschiedenen Ernährungsmustern in Verbindung standen, überschnitten sich. Dazu gehörten Prozesse rund um Zellstruktur, Kommunikation zwischen Zellen und Stoffwechsel.
Gesund essen ohne Ernährungsdogma Die Studie liefert allerdings keinen Beweis dafür, dass eine bestimmte Ernährung das Altern direkt verlangsamt. Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie. Auch Lebensstil, Bewegung, Körpergewicht und andere Faktoren können eine Rolle spielen.
Dennoch passt das Ergebnis zu früheren Untersuchungen, in denen eine bessere Ernährungsqualität ebenfalls mit günstigeren biologischen Alterungsmarkern verbunden war.
Die praktische Botschaft ist deshalb angenehm unspektakulär: Gesundes Essen muss offenbar kein perfektes Regelwerk sein. Ob eher mediterran, nordisch oder überwiegend pflanzlich – es gibt mehrere Möglichkeiten, einen Speiseplan zusammenzustellen, der zu Gesundheit, Kultur, Geschmack und Geldbeutel passt.
Und vielleicht ist genau das die beste Nachricht der Studie: Beim gesunden Altern zählt nicht Perfektion. Sondern eine gute Richtung, möglichst oft.
Gesund essen, langsamer altern? Studie zeigt, warum es nicht die eine beste Diät gibt