Hamburg · Wirtschaft | Politik | Innovation
Georg-Wilhelm-Straße wieder frei: Wilhelmsburg bekommt neue Fahrbahn und geschützten Radweg
Seit 2023 Baustelle, jetzt wieder frei: neue Fahrbahn und der erste Teil eines zwei Meter breiten, geschützten Radwegs.
Von Michael Beier ·
Wer in Wilhelmsburg unterwegs ist, kennt die Baustelle an der Georg-Wilhelm-Straße nur zu gut. Seit dem 29. Oktober, 5 Uhr morgens, ist damit vorerst Schluss: Der Abschnitt zwischen Pollhornweg und Kurdamm ist wieder vollständig für den Verkehr freigegeben. Und die Straße, die Autos, Busse, Lkw und Fahrräder jetzt wieder nutzen, ist eine andere als vorher.
Von Grund auf neu gebaut Der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) hat nicht einfach nur neu asphaltiert. Die alte Fahrbahn war von Aufgrabungen, Schlaglöchern und Netzrissen gezeichnet, und ihr Aufbau war den Belastungen, vor allem durch den Schwerverkehr, nicht gewachsen. Deshalb wurde die Fahrbahn komplett neu gebaut und ihr Aufbau neu bemessen, damit sie der Belastung künftig standhält. Auch Geh- und Radwege wurden erneuert.
Bevor der Straßenbau loslegen konnte, war HAMBURG WASSER an der Reihe: Das Unternehmen hat die Trinkwasserleitung bis zum Kurdamm erneuert und dort an die bestehende Leitung angeschlossen. Am zweiten Bauabschnitt ist es nicht mehr beteiligt. Gestartet waren beide im Januar 2023 im Süden der Straße, als Kooperationspartner der INFRACREW HAMBURG. Ursprünglich sollte die gesamte Strecke bis zur Mengestraße im Herbst 2025 fertig sein – der Weg dorthin hat also deutlich länger gedauert.
Zwei Meter Platz fürs Rad – mit Abstand zum Autoverkehr Besonders auffällig für Radfahrende: Im fertigen Abschnitt ist das erste Stück einer sogenannten Protected Bike Lane entstanden. Das ist ein Radweg, der durch feste Elemente vom Autoverkehr getrennt ist. Diese Aufgabe übernehmen hier Betonbordsteine, zusätzliche Pylone sorgen dafür, dass die Trennung gut zu sehen ist. Die Bordsteine haben eine rauere Unterseite und werden mit einem bewährten Klebesystem befestigt, damit sie besser halten.
Am Ende soll der geschützte Radweg zwei Meter breit sein und durchgehend vom Pollhornweg bis zur Mengestraße reichen.
Barrierefreiheit und saubereres Regenwasser Zur Gesamtmaßnahme gehört auch, Querungen und Bushaltestellen barrierefrei zu gestalten, unter anderem mit abgesenkten Bordsteinen und taktilen Elementen, die Menschen mit Seh- oder Mobilitätseinschränkungen Orientierung und Sicherheit geben.
Weniger sichtbar, aber gut für die Umwelt: Regenwasser, das von Fahrbahn und Wegen abläuft, wird vorgereinigt, bevor es abgeleitet wird. Es fließt zuerst durch sogenannte SediPipe-Anlagen, in denen sich Schwebstoffe und andere Verunreinigungen absetzen.
Wie es weitergeht Ganz fertig ist die Georg-Wilhelm-Straße noch nicht. Der zweite Bauabschnitt zwischen Kurdamm und Mengestraße, rund 500 Meter lang, folgt später: Nach aktuellem Planungsstand sollen die Arbeiten voraussichtlich im März 2028 beginnen und bis März 2029 dauern. Die Planung läuft noch, weil mehrere Leitungsträger Arbeiten an ihren Leitungen angemeldet haben. Bis dahin ruhen die Bauarbeiten.
Für diesen Abschnitt sind eine grundlegend erneuerte Fahrbahn, weitgehend neue Gehwege, die Verlängerung des geschützten Radwegs bis zur Mengestraße sowie modernisierte Bushaltestellen, Querungsstellen und Entwässerung vorgesehen.
Für den Moment zählt aber vor allem eines: Die Baustelle zwischen Pollhornweg und Kurdamm ist Geschichte, der Verkehr rollt wieder – und wer mit dem Rad unterwegs ist, hat dort jetzt eine eigene, baulich abgetrennte Spur.
Themen: Georg-Wilhelm-Straße, Wilhelmsburg, Radweg, Protected Bike Lane, Baustelle, Hamburg, Verkehr
Georg-Wilhelm-Straße wieder frei: Wilhelmsburg bekommt neue Fahrbahn und geschützten Radweg