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Generation Nüchtern: Warum Gen Z und Gen Alpha immer seltener zum Alkohol greifen
Wasser statt Wodka: Neue Daten zeigen, dass junge Menschen heute so spät und selten trinken wie noch nie zuvor.
Von Denise ·
Generation Nüchtern: Der leise Abschied vom Rausch Katerstimmung am Morgen danach? Für frühere Jugendgenerationen gehörte der alkoholgetränkte Initiationsritus fast schon zum guten Ton des Erwachsenwerdens. Doch die Generationen Z und Alpha schreiben die Spielregeln um: Immer mehr junge Menschen verzichten ganz bewusst auf Hochprozentiges – und machen den klaren Kopf zum neuen Lebensgefühl.
Wer am Wochenende durch die Clubs und Parks streift oder über Campus-Wiesen schlendert, stellt verblüfft fest: In den Gläsern glitzert erstaunlich oft Limonade, Kombucha oder alkoholfreies IPA statt der gewohnten Flaschenbiere und Longdrinks. Was vor Jahren noch als Spaßbremsen-Attitüde belächelt wurde, hat sich zu einem handfesten, gesellschaftlichen Megatrend gemausert.
Historischer Tiefstand: Die Zahlen sprechen eine klare Sprache Aktuelle Erhebungen zur Drogenaffinität junger Menschen zeichnen ein Bild, das vor zwei Jahrzehnten kaum jemand für möglich gehalten hätte: Der regelmäßige wöchentliche Konsum unter Jugendlichen ist auf einen historischen Tiefstand von unter 7 Prozent gesunken. Zum Vergleich: Um die Jahrtausendwende war es noch mehr als jeder Vierte in diesem Alter, der regelmäßig am Wochenende zum Glas griff.
Auch das Ausprobieren verliert seinen Reiz: Deutlich weniger Teenager zwischen 12 und 17 Jahren haben überhaupt jemals an Bier, Wein oder Spirituosen genippt. Und diejenigen, die es tun, fangen spürbar später damit an. Vor allem junge Frauen kehren dem Kater den Rücken – hier zeigt sich in den letzten Jahren ein besonders starker und konstanter Rückgang beim Feierabend-Drink und Rauschtrinken.
„Sober Curious“: Gesundheit, Achtsamkeit und Social Media Was treibt diesen Wandel an? Wer mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen spricht, hört selten dogmatische Abstinenz-Vorträge, sondern pragmatische Lebensfreude.
Fitness & Mental Health: Für die Generationen der Digital Natives sind körperliche Regeneration, Schlafqualität und mentale Gesundheit keine Nebensache, sondern zentrale Lebensbereiche. Niemand möchte den kompletten Sonntag verkatert im abgedunkelten Zimmer vergeuden.
Volle Kontrolle im Netzzeitalter: In einer Welt, in der jedes Smartphone eine hochauflösende Kamera besitzt und Missgeschicke binnen Sekunden auf TikTok oder Instagram landen können, ist Kontrollverlust wenig erstrebenswert. Wer nüchtern bleibt, behält die Regie über die eigene digitale Identität.
Vielfalt ohne Verzicht: Die Getränkeindustrie hat den Trend längst erkannt. Ob handwerklich gebraute alkoholfreie Biere, alkoholfreie Gins oder erfrischende Mocktails: Ein Glas in der Hand zu halten, heißt heute nicht mehr zwangsläufig, Alkohol trinken zu müssen.
Kein Moralfinger, sondern echte Freiheit Bedeutet das, dass der jugendliche Rausch gänzlich ausgestorben ist? Natürlich nicht – bei einem Teil junger Männer bleibt riskantes Binge-Drinking weiterhin ein Thema, wie Suchtexperten betonen. Doch das Vorzeichen hat sich radikal gedreht: Der Gruppenzwang, trinken zu müssen , schwindet rapide.
Die Gen Z und die nachfolgende Gen Alpha beweisen eindrucksvoll, dass man Partys, Freundschaften und das Leben in vollen Zügen genießen kann – und das mit klarem Verstand, wachem Blick und ganz ohne Kopfschmerz am nächsten Morgen.
Generation Nüchtern: Warum Gen Z und Gen Alpha immer seltener zum Alkohol greifen