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Fünf Schlüssel zum Glück: Was 97.220 Menschen aus 66 Ländern gemeinsam haben
Fast 100.000 Menschen, 66 Länder, fünf Muster: Eine neue Studie zeigt, warum Glück weit mehr als reine Privatsache ist.
Von Madalina ·
Was Menschen glücklich macht: Studie aus 66 Ländern zeigt fünf wichtige Faktoren Was macht uns glücklich? Mehr Geld? Gute Freunde? Freiheit? Gesundheit? Vermutlich von allem etwas. Doch eine internationale Untersuchung zeigt: Wenn es um das Wohlbefinden ganzer Gesellschaften geht, reicht der Blick auf den einzelnen Menschen nicht aus.
Ein Forschungsteam um Ewa Palikot von der Polnischen Akademie der Wissenschaften analysierte Daten von 97.220 Menschen aus 66 Ländern . Grundlage war die siebte Welle des World Values Survey, deren Befragungen zwischen 2017 und 2022 stattfanden. Mehr als 200 mögliche soziale und psychologische Zusammenhänge wurden untersucht. 56 davon erwiesen sich als statistisch bedeutsam und ließen sich zu fünf größeren Bereichen zusammenfassen.
1. Selbstbestimmung braucht ein passendes Umfeld Der erste Bereich betrifft das, was die Forschenden als individuelle Emanzipation bezeichnen: Menschen können eigene Entscheidungen treffen, unterschiedliche Lebensentwürfe werden akzeptiert und gesellschaftliche Teilhabe ist möglich.
Interessant dabei: Solche Bedingungen scheinen nicht nur denjenigen zu helfen, die besonders großen Wert auf persönliche Freiheit legen. Ein offenes und einbeziehendes gesellschaftliches Umfeld hing auch auf Länderebene mit höherem Wohlbefinden zusammen.
2. Wissenschaft, Menschenrechte und Beteiligung Der zweite Bereich umfasst in der Studie sogenannte aufklärerische Ideen und Institutionen . Dazu zählen unter anderem die Wertschätzung von Wissenschaft und kritischem Denken sowie Menschenrechte und gesellschaftliche Beteiligung.
Diese Faktoren waren sowohl mit dem persönlichen Wohlbefinden als auch mit dem gesellschaftlichen Umfeld verbunden. Die Studie deutet damit darauf hin, dass Glück nicht allein davon abhängt, was in unserem eigenen Leben passiert – sondern auch davon, wie das Zusammenleben organisiert ist.
3. Ohne gesicherte Grundbedürfnisse wird Glück schwierig Der dritte Punkt klingt weniger überraschend, ist aber fundamental: Grundbedürfnisse müssen erfüllt sein. Dazu gehören materielle Sicherheit, Gesundheit, Nahrung und ein verlässliches Lebensumfeld.
Dieser Bereich wirkte in der Analyse besonders stark auf der individuellen Ebene. Wer grundlegende Bedürfnisse sichern kann und sich weniger um existenzielle Dinge sorgen muss, berichtet tendenziell von höherem Wohlbefinden.
Auch der World Happiness Report findet regelmäßig deutliche Zusammenhänge zwischen Lebenszufriedenheit und Faktoren wie Einkommen, gesunder Lebenserwartung, sozialer Unterstützung und der Freiheit, eigene Lebensentscheidungen zu treffen.
4. Institutionen müssen funktionieren Ein weiterer Baustein sind verlässliche staatliche und gesellschaftliche Institutionen . In der Untersuchung spielten unter anderem Vertrauen in Justiz, Polizei oder andere Einrichtungen eine Rolle.
Das passt zu früheren Erkenntnissen der OECD: Sowohl zwischenmenschliches Vertrauen als auch Vertrauen in Institutionen stehen in engem Zusammenhang mit Lebenszufriedenheit und gesellschaftlichem Wohlbefinden.
5. Nähe tut gut – Abschottung offenbar weniger Besonders spannend ist der fünfte Bereich: enge soziale Beziehungen .
Wer sich mit seiner Nachbarschaft und seinem persönlichen Umfeld verbunden fühlt, ist häufig zufriedener. Doch auf gesellschaftlicher Ebene zeigte sich ein überraschender Unterschied: Länder, in denen sich Vertrauen besonders stark auf den eigenen engen Kreis konzentriert, waren nicht automatisch glücklicher.
Die Forschenden vermuten deshalb, dass nicht allein die Stärke enger Beziehungen entscheidend ist. Wichtig könnte auch sein, ob Vertrauen über Familie, Freundeskreis und Nachbarschaft hinausreicht.
Glück entsteht offenbar auch zwischen Menschen Das vielleicht wichtigste Ergebnis der Untersuchung lautet deshalb: Eine glückliche Gesellschaft ist nicht einfach die Summe vieler Menschen, die individuell versuchen, möglichst glücklich zu werden.
Die statistischen Modelle erklärten Unterschiede zwischen Gesellschaften besser, wenn sie Bedingungen berücksichtigten, von denen auch andere Menschen profitieren – etwa Offenheit, Vertrauen, Selbstbestimmung und ein unterstützendes gesellschaftliches Umfeld.
Das bedeutet nicht, dass Gesundheit, persönliche Ziele oder Selbstfürsorge unwichtig wären. Im Gegenteil. Die Studie ergänzt lediglich eine Dimension, die bei vielen Glücksratgebern leicht untergeht:
Manches Glück entsteht nicht allein in uns – sondern zwischen uns.
Warum das Hoffnung macht? Weil Wohlbefinden offenbar nicht ausschließlich von persönlichen Umständen abhängt. Gemeinschaft, Vertrauen und ein unterstützendes Umfeld sind Dinge, die Menschen miteinander gestalten können.
Was du tun kannst? Pflege nicht nur deine engsten Beziehungen. Kleine Begegnungen, Hilfsbereitschaft und Offenheit gegenüber Menschen außerhalb des eigenen Kreises können ebenfalls dazu beitragen, ein vertrauensvolleres Umfeld entstehen zu lassen.
Fünf Schlüssel zum Glück: Was 97.220 Menschen aus 66 Ländern gemeinsam haben