Hamburg · Hamburger Geschichte
Faszination Hafen: Das Deutsche Hafenmuseum gibt in Hamburg einen ersten Vorgeschmack
Der Neubau lässt auf sich warten, die Schau nicht: Am Klosterwall erzählen rund 30 Objekte vom Hafen. Eintritt frei.
Von Michael Beier ·
Das Deutsche Hafenmuseum hat noch kein neues Haus, aber schon eine zentrale Adresse. Am Hamburger Klosterwall gibt die Präsentation „Faszination Hafen“ seit dem 5. November und noch bis zum 29. März 2027 einen ersten Einblick in das, was einmal auf dem Grasbrook zu sehen sein soll. Rund 30 historische Objekte aus verschiedenen Bundesländern und große Projektionen zeigen den Hafen als Ort von Transport, Industrie und Freizeit. Der Eintritt im Kultur Kontor ist frei.
Mehr als Hamburg Wer bei Hafen nur an die Elbe denkt, wird hier sanft korrigiert: Deutschland zählt heute 20 Seehäfen und etwa 100 öffentliche Binnenhäfen. Um diese Vielfalt geht es auch in der Schau. Hinter ihr steht die Stiftung Historische Museen Hamburg, die das künftige Haus entwickelt und es als „Museum der Globalisierung“ bezeichnet. Die Projektionen sollen spürbar machen, welche Ausmaße die weltweite Logistik heute hat und welche kulturelle Bedeutung Häfen haben.
Platz dafür bietet das Kultur Kontor: knapp 700 Quadratmeter im Erdgeschoss des Johann Kontors, zwischen Deichtorhallen und Kunsthalle. Die Stiftung nutzt die Fläche auch, um Einblicke in die Arbeit am künftigen Museum zu geben. Gefördert wird das Angebot vom Containerlogistikunternehmen Maersk.
Reden, knoten, zeichnen Dazu kommt ein Programm, das zum Wiederkommen einlädt. Donnerstags um 18 Uhr geht es bei den Hafengesprächen zum Beispiel um Gesundheit und Krankheit im Hafen (19. November), um Hafenkrane (3. Dezember) und um das koloniale Erbe des Hafens (17. Dezember). Die Sonntagsführungen um 11 Uhr kosten vier Euro, Kinder können sonntags von 14 bis 17 Uhr basteln, etwa Origami-Schiffe und Leuchttürme. Wer lieber selbst Hand anlegt, findet außerdem Workshops zu Schifffahrtsknoten und Urban Sketching.
Der große Bau kommt später Wer jetzt schon auf Hamburgs neues Museum hofft, braucht noch Geduld. Der Neubau soll im neuen Stadtteil Grasbrook entstehen. Nach aktuellem Planungsstand ist der Baubeginn ab Ende 2028 vorgesehen, fertig sein soll das Haus Anfang der 2030er-Jahre. 2024 hatte die Stiftung noch mit einer Eröffnung im Jahr 2029 gerechnet. Ein abschließender Architekturentwurf steht aus.
Auch beim Geld ist das letzte Wort nicht gesprochen. Der Bund fördert das Gesamtvorhaben mit bis zu 185,5 Millionen Euro, die auch die Restaurierung der Viermastbark PEKING und ihren künftigen Liegeplatz umfassen. Hamburg stellt für den Neubau bis zu 98 Millionen Euro bereit. Das sind Förderzusagen; was der Bau am Ende kostet, ist noch nicht berechnet. Der Bundesrechnungshof hatte sich 2024 gegen das Bauvorhaben ausgesprochen und wegen gestiegener Bau- und Energiekosten vor einer Finanzierungslücke von geschätzt 100 Millionen Euro gewarnt.
Bis der Neubau steht, liegt die PEKING noch am Bremer Kai, ihr endgültiger Platz soll am Holthusenkai westlich des Museums sein. Das Schaudepot in den 50er Schuppen im Hansahafen bleibt als zweiter Standort bestehen.
Gut zu wissen „Faszination Hafen“ ist bis zum 29. März 2027 im Kultur Kontor Hamburg zu sehen, Klosterwall 2–8. Der Eintritt ist frei. Geöffnet ist montags, mittwochs und freitags von 10 bis 17 Uhr, donnerstags von 10 bis 21 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 18 Uhr, dienstags ist geschlossen. An Heiligabend, am ersten Weihnachtstag, an Silvester und an Neujahr bleibt das Haus zu.
Themen: Hamburg, Deutsches Hafenmuseum, Faszination Hafen, Kultur Kontor, Hafengeschichte, Grasbrook, PEKING, Ausstellung
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