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Fast 30 Jahre Anlauf, jetzt rollt es: Neuer Radweg verbindet Lohr und Partenstein
2,3 Kilometer, 2,7 Millionen Euro, fast 30 Jahre Geduld: Durchs Lohrtal führt jetzt ein neuer Radweg nach Partenstein.
Von Madalina ·
Manche Projekte brauchen einen langen Atem, dieses hier fast drei Jahrzehnte. Seit dem 4. November ist der neue Radweg zwischen Lohr a.Main und Partenstein im Landkreis Main-Spessart offiziell freigegeben. Rund 2,3 Kilometer ist er lang, rund 2,7 Millionen Euro hat er gekostet, gebaut wurde etwa ein Jahr. Die eigentliche Geschichte steckt aber in der Zeit davor.
Vom Wald ins Tal Schon 1996 gab es die Idee, die Radverbindung aus dem Waldgebiet ins Lohrtal zu verlegen. 2015 schlossen das Staatliche Bauamt Würzburg und die Stadt Lohr einen Fördervertrag. Beide traten später gemeinsam als Bauherren auf.
Wer im Lohrtal Rad fährt, brauchte danach weiter Geduld. Der Baubeginn wurde mehrfach angekündigt, zuletzt für 2023, doch Genehmigungen und Grundstückskäufe zogen sich hin. Allein für die Trasse ging es um 32 Grundstücke mit rund 29.000 Quadratmetern und 19 Eigentümerinnen und Eigentümer. 2024 war der Erwerb abgeschlossen.
Ein Tal, das Rücksicht verlangt Dass sich die Planung so lange hinzog, liegt auch am Gelände. Fast die gesamte Trasse liegt im Überschwemmungsgebiet, und über den Fluss Lohr waren Brücken und Überfahrten nötig, einige laut Planung von 2024 mit sechs Metern Spannweite. Hinzu kommt: Der Abschnitt gilt als relativ ruhiges „Sacktal“ und hat deshalb für den Natur- und Artenschutz hohe Bedeutung.
An der Lösung arbeiteten Umwelt- und Naturschutzorganisationen mit. Ganz ohne Reibung lief es trotzdem nicht: Feuchtbiotope sollten den Eingriff ausgleichen, und genau dieser Ausgleich erhitzte laut Main-Echo im Juni 2024 die Gemüter. Noch im selben Monat lag die wasserrechtliche Plangenehmigung vor. „Wir freuen uns, dass das umfangreiche Verfahren nun abgeschlossen ist“, sagte Landrätin Sabine Sitter bei der Übergabe des Bescheids.
Vom Spatenstich zur Freigabe Danach wurde es konkret: Im Februar 2025 begannen die Vorbereitungsarbeiten, am 22. Oktober 2025 folgte der Spatenstich, im Oktober 2026 endete die Bauzeit. Die tiefbautechnische Planung lag beim Ingenieurbüro Kurt Balling, die landschaftspflegerische beim Büro Fleckenstein aus Lohr.
Was der Weg bringt Den Meldungen zur Eröffnung zufolge soll die Strecke die nachhaltige Mobilität in der Region fördern. Radfahrende warteten laut Main-Echo schon seit vielen Jahren auf diesen Lückenschluss. Billig war er nicht: Rechnerisch kostete jeder Kilometer gut eine Million Euro. Wie viele Menschen den Weg künftig nutzen werden, ist offen, Zahlen dazu nennen die Meldungen nicht.
Sicher ist nur: Auf dem Rad sind die 2,3 Kilometer in wenigen Minuten geschafft. Der Weg dorthin hat deutlich länger gedauert.
Themen: Radweg, Lohr am Main, Partenstein, Lohrtal, Main-Spessart, Radverkehr, nachhaltige Mobilität, Naturschutz
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