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Elche kehren nach Deutschland zurück: Wo die größten Hirsche jetzt wieder auftauchen
An der Ostsee und in Brandenburg tauchen Elche auf. Wie sie zurückkehren – und was das über unsere Natur verrät.
Von Andre ·
Elche kehren nach Deutschland zurück: Wo die größten Hirsche jetzt wieder auftauchen Ein Elch an der Ostsee, ein weiterer auf einer Autobahn in Brandenburg: Deutschlands größte Wildtiere melden sich zurück. Die imposanten Pflanzenfresser waren hierzulande lange nahezu verschwunden. Nun führen ihre Wanderungen wieder durch deutsche Wälder – und manchmal sogar mitten durch den Alltag.
Von der Ostsee bis nach Sachsen: Die Elche sind wieder da Ein Elch auf einer deutschen Autobahn? Was zunächst nach einem ungewöhnlichen Urlaubsfoto aus Skandinavien klingt, wurde am 18. Oktober 2026 in Brandenburg Wirklichkeit. Nahe Groß Köris musste die Autobahn A13 vorübergehend gesperrt werden, nachdem ein Elch auf die Fahrbahn geraten war. Das Tier verschwand schließlich im angrenzenden Wald.
Bereits Anfang Oktober hatte ein Elch bei Barth in Mecklenburg-Vorpommern für Aufsehen gesorgt. Auch aus Sachsen gibt es immer wieder Nachweise, unter anderem aus der Dübener Heide und der Region um Leipzig.
Die Begegnungen erzählen eine größere Geschichte: Der Elch, die größte lebende Hirschart der Welt, findet langsam den Weg in seine früheren Lebensräume zurück.
Warum Elche nach Deutschland zurückkehren Vor Jahrhunderten waren Elche auch in Mitteleuropa heimisch. Doch intensive Jagd, abgeholzte Wälder und trockengelegte Feuchtgebiete verdrängten die Tiere nach und nach. In Deutschland verschwanden sie weitgehend.
Dass heute wieder Elche auftauchen, liegt vor allem an einer erfreulichen Entwicklung im Nachbarland Polen. Dort wurde die Jagd auf die Tiere 2001 ausgesetzt. Die Bestände konnten sich erholen und wieder nach Westen ausbreiten.
Vor allem jüngere Tiere legen bei der Suche nach neuen Lebensräumen erstaunliche Strecken zurück. Mehrere Hundert Kilometer sind möglich. Nach Schätzungen des WWF wandern jährlich etwa zehn bis 15 Elche durch Nordostdeutschland. Viele ziehen allerdings weiter oder kehren nach Polen zurück.
Ein Elch namens Bert zeigte, dass Deutschland wieder Heimat sein kann Wie gut sich ein Elch in der deutschen Landschaft zurechtfinden kann, bewies ein besonderer Bewohner Brandenburgs.
Elchbulle Bert wanderte 2018 aus Polen ein und fand im Naturpark Nuthe-Nieplitz südlich von Berlin schließlich sein Zuhause. Forschende begleiteten ihn fast neun Jahre lang mithilfe von GPS-Sendern und erfuhren dadurch viel über seine Wanderrouten und Lebensgewohnheiten.
Im September 2026 starb Bert im Alter von zehn Jahren. Für die Wissenschaft hinterließ er einen außergewöhnlich umfangreichen Datenschatz. Er war der bislang einzige bekannte Elch, der in Deutschland über Jahre ein festes Streifgebiet etabliert hatte.
Doch seine Geschichte ist nicht zu Ende erzählt: Auch nach seinem Tod wurden in der Region weitere Elche beobachtet.
Warum die großen Pflanzenfresser gut für die Natur sein können Ein ausgewachsener europäischer Elchbulle kann rund 600 Kilogramm wiegen. Trotzdem ist er ein reiner Pflanzenfresser. Auf seinem Speiseplan stehen Blätter, junge Triebe, Kräuter und Wasserpflanzen.
Dabei erfüllt er eine interessante ökologische Aufgabe. Indem Elche bestimmte Pflanzen bevorzugt fressen, beeinflussen sie die Vegetation. So können abwechslungsreiche Waldstrukturen entstehen, von denen auch andere Arten profitieren.
Forschende und Naturschutzorganisationen untersuchen deshalb, welche Lebensräume sich für eine langfristige Rückkehr eignen. Besonders wichtig sind zusammenhängende Wälder, Feuchtgebiete und sichere Wanderwege.
Kommen die Elche jetzt dauerhaft zurück? Noch ist Geduld gefragt. Das offizielle Elchmonitoring in Brandenburg registrierte von 2013 bis Ende 2025 insgesamt 229 Meldungen. Das bedeutet allerdings nicht 229 verschiedene Tiere. Auch lässt sich aus den Zahlen bislang kein eindeutiger Anstieg der jährlichen Sichtungen ableiten.
Eine größere, sich regelmäßig fortpflanzende Population ist in Deutschland bisher nicht nachgewiesen.
Die Herausforderungen sind bekannt: Straßenverkehr, zerschnittene Lebensräume und mögliche Konflikte mit der Landwirtschaft. Forschungsprojekte und grenzüberschreitende Zusammenarbeit sollen helfen, geeignete Wanderwege zu erhalten und Begegnungen sicherer zu gestalten.
Die gute Nachricht: Der Elch muss nicht erst neu angesiedelt werden. Er findet bereits aus eigener Kraft zurück. Ob aus den gelegentlichen Besuchen eines Tages wieder eine dauerhafte Nachbarschaft wird, hängt auch davon ab, wie viel Platz wir diesen faszinierenden Tieren lassen.
Themen: Elche, Naturschutz, Wildtiere, Deutschland, Ökologie, Rückkehr, Brandenburg
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