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Ein Grad weniger heizen spart rund sechs Prozent Heizenergie
Wer die Raumtemperatur um ein Grad senkt, braucht laut Faustregel rund sechs Prozent weniger Heizenergie. Verbraucherzentrale, Umweltbundesamt und co2online zeigen, welche Temperatur in welchem Raum genügt und wo die Grenze gegen Schimmel liegt.
Von Tobias ·
Der November ist da, die Nächte werden kälter, und an vielen Heizkörpern wandert der Thermostatkopf jetzt ein Stück weiter nach oben. Die Heizperiode beginnt in Deutschland üblicherweise am 1. Oktober und läuft bis Ende April. Gute Nachricht für alle, die dabei auf ihre Rechnung schauen: Schon eine kleine Drehung zurück macht einen messbaren Unterschied.
Die Sechs-Prozent-Faustregel Wer die Raumtemperatur um ein Grad Celsius zurücknimmt, braucht rund sechs Prozent weniger Wärme. So steht es bei der Energieberatung der Verbraucherzentrale, und auch die Beratungsgesellschaft co2online nennt diese Faustregel. Das Umweltbundesamt bringt es noch knapper auf den Punkt: Jedes Grad weniger spart Heizenergie.
Wie viel das in Euro bedeutet, rechnet co2online an einem Beispielhaushalt vor: 130 Quadratmeter Wohnfläche, Gasheizung. Ein Grad weniger spart dort rund 1.000 Kilowattstunden und etwa 120 Euro im Jahr. Wie groß die Ersparnis im Einzelfall ist, entscheiden unter anderem Gebäude, Heizsystem und Energiepreis. Die sechs Prozent sind also ein Orientierungswert, kein Versprechen für jede Wohnung.
Warum ein Grad so viel ausmacht Der Aha-Moment steckt in der Physik: Wie viel Energie ein Raum braucht, hängt vom Unterschied zwischen drinnen und draußen ab. Die Verbraucherzentrale rechnet das an einem Beispiel durch: Bei 24 Grad im Raum und 5 Grad draußen beträgt der Unterschied 19 Grad. Wer auf 20 Grad heruntergeht, verkleinert ihn um 4 Grad und braucht damit rund 20 Prozent weniger Heizenergie. Jedes Grad weniger knabbert also an genau der Lücke, die die Heizung täglich schließen muss.
So warm darf es sein Frieren muss dafür niemand. Die Fachstellen nennen leicht unterschiedliche Werte, liegen aber nah beieinander. Als Orientierung:
Wohnzimmer: rund 20 Grad – das Umweltbundesamt empfiehlt möglichst nicht mehr als 20 Grad, sofern es sich behaglich anfühlt Küche: etwa 18 bis 19 Grad Schlafzimmer: etwa 16 bis 18 Grad Bad: rund 21 Grad, die Verbraucherzentrale nennt bis zu 24 Grad Flur: etwa 16 Grad Nachts oder wenn für einige Stunden niemand zu Hause ist, reichen laut Umweltbundesamt etwa 18 Grad. Wer nur wenige Tage verreist, kann auf 15 Grad absenken.
Stufe 3 heißt ungefähr 20 Grad Ein kleiner Trick hilft beim Einstellen: Bei herkömmlichen Thermostatventilen entspricht die mittlere Stufe 3 etwa 20 Grad, zwischen zwei Stufen liegen laut co2online rund vier Grad. Und ein verbreiteter Irrtum lässt sich gleich mit ausräumen: Wer auf Stufe 5 dreht, heizt den Raum nicht schneller auf. Der Thermostat steuert dann nur eine höhere Zieltemperatur an – der Heizkörper arbeitet länger, aber nicht schneller.
Sparen mit Augenmaß Weniger ist allerdings nicht grenzenlos besser. Wird ein Raum zu kalt, wird es ungemütlich und die Schimmelgefahr steigt, warnt das Umweltbundesamt. Auch selten genutzte Räume sollten laut Verbraucherzentrale nicht unter 14 bis 16 Grad abkühlen. In schlecht gedämmten Wohnungen kann zu starkes Absenken Schimmel begünstigen; co2online rät dort zu einer moderaten Absenkung.
Wie viel im eigenen Zuhause drin ist, lässt sich am besten mit einer unabhängigen Energieberatung klären, etwa bei der Verbraucherzentrale. Für den Anfang genügt aber ein Handgriff: den Thermostat heute Abend ein kleines Stück zurückdrehen, Pulli an, und schauen, ob es sich noch gemütlich anfühlt.
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Ein Grad weniger heizen spart rund sechs Prozent Heizenergie