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E-Bus-Betriebshof Meiendorf: Der erste Hochbahn-Hof ohne Dieselbus startet im Probebetrieb
Seit dem 19. Oktober testet die Hochbahn in Meiendorf Busse und Ladetechnik. Im Dezember soll der Hof regulär starten.
Von Michael Beier ·
Bis zu zehn Elektrobusse, rund 20 Mitarbeitende und kein einziger Dieselbus: So klein beginnt in Meiendorf ein Betriebshof, der einmal Platz für rund 130 Busse bieten soll. Die Hamburger Hochbahn hat dort am Montag, 19. Oktober, den Probebetrieb aufgenommen. Es ist ihr erster Betriebshof, der ausschließlich für Elektrobusse gebaut wurde.
Der Hof an der Meiendorfer Straße im Hamburger Nordosten ist noch nicht im Regelbetrieb. Bis zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember prüft die Hochbahn vor allem, wie Busse und Ladetechnik im echten Alltag zusammenspielen. Daneben geht es um die Organisation: Weitere Fahrerinnen und Fahrer werden für den Standort ausgebildet, die Teams starten ihre Zusammenarbeit, und die Abläufe im Hof sollen sich einspielen. Das Fahrpersonal ist nach Angaben der Hochbahn schon im regulären Dienst.
Ab Dezember: Etwa 30 Busse sollen auf sechs Linien starten Mitte Dezember, mit dem Fahrplanwechsel, soll der Regelbetrieb beginnen. Die Hochbahn spricht von künftig rund 130 emissionsfreien Bussen, die von Meiendorf aus vor allem im Hamburger Nordosten unterwegs sein sollen, darunter Rahlstedt, Farmsen, Volksdorf und Berne. So viele werden es zum Start aber noch nicht sein.
Genauere Zahlen liefert die Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage. Mit ihr hat der Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ole Thorben Buschhüter den Senat schriftlich befragt, die Antwort fasst er auf seiner Website zusammen. Danach rücken zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember zunächst etwa 30 Busse aus. Innerhalb der folgenden zwei Jahre soll die Flotte schrittweise auf zunächst 70 Busse wachsen. Wann die rund 130 erreicht sind, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.
Eingesetzt werden die E-Busse aus Meiendorf demnach zum Start auf den Linien 24, 116, 168, 174, 275 und 375. Die Linie 275 soll künftig ausschließlich von Meiendorf aus bedient werden und damit ausschließlich mit E-Bussen fahren. Grundsätzlich können die Fahrzeuge des Hofes auf allen Hochbahn-Linien im Nordosten eingesetzt werden.
Der Standort bringt noch einen praktischen Vorteil: Die Busse stehen näher an ihren Einsatzgebieten, die Hochbahn will so unnötige Leerfahrten vermeiden. Nach Buschhüters Zusammenfassung der Senatsantwort sinken damit auch Leerkilometer sowie Energie- und Treibstoffkosten. Wie stark, lasse sich erst beziffern, wenn die Dienst- und Betriebsplanung steht.
Gründächer, Regenwasser, Abwärme: Was den Hof ausmacht Das Gelände ist rund 28.000 Quadratmeter groß. Es umfasst Werkstätten, Waschanlagen sowie Verwaltungs- und Sozialräume, die Busse stehen unter Carports mit Ladetechnik. Bei der Grundsteinlegung 2024 sprach die Hochbahn von rund 450 Beschäftigten, der Betrieb soll rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr laufen. Die Baukosten bezifferte sie damals auf 42,3 Millionen Euro. Dieselbe Summe nennt laut Buschhüter auch die aktuelle Senatsantwort.
Bei der Gestaltung hat die Hochbahn nach eigenen Angaben auf einen ressourcenschonenden Betrieb geachtet. Die Dächer sollen Pflanzen und Photovoltaikanlagen tragen und zugleich Regenwasser sammeln. Dieses Wasser kommt in der Waschanlage zum Einsatz und wird danach aufbereitet. Die Abwärme der Ladetechnik soll den Standort mit Wärme versorgen. Auch Fassaden und Schallschutzwände werden bepflanzt, die Schallschutzwände sollen nach der Inbetriebnahme zudem Lärm und das Licht der ein- und ausfahrenden Busse mindern.
Meiendorf ist dabei ein Baustein in einem größeren Umbau. Hochbahn-Technikvorstand Jens-Günter Lang sagte bei der Grundsteinlegung im Juli 2024, Meiendorf werde „der erste ohne Dieselbus“. Für die Umstellung der Flotte müsse die Hochbahn „die komplette Infrastruktur umrüsten“.
Ampel an der Zufahrt: Umbau der Kreuzung soll 2027 folgen Zur Anbindung des Hofes plant der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) an der Kreuzung Meiendorfer Straße/Stichstraße bei Hausnummer 207 eine Ampel und eine zusätzliche Fußgängerfurt, also eine gesicherte Querungsstelle. Das soll die Verkehrssicherheit erhöhen. Nach den Planungsunterlagen sollte der Umbau bis Ende 2026 abgeschlossen sein.
Inzwischen ist er nach Buschhüters Zusammenfassung der Senatsantwort für 2027 vorgesehen. Das genaue Baufenster wird noch mit anderen Straßenbauarbeiten abgestimmt. Für den Start im Dezember ist die Ampel demnach nicht nötig, sondern erst, wenn die Zahl der Busse wächst.
Themen: Hochbahn, Meiendorf, E-Bus-Betriebshof, Elektrobusse, Rahlstedt, Hamburger Nordosten, ÖPNV, Hamburg
E-Bus-Betriebshof Meiendorf: Der erste Hochbahn-Hof ohne Dieselbus startet im Probebetrieb