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Dovgan zieht von Billbrook nach Harburg: Neubau am Großmoordamm
Rund 200 Beschäftigte, ein Neubau im Hamburger Süden: Der Lebensmittelimporteur Dovgan bündelt Logistik und Verwaltung künftig in Harburg – und bleibt damit in der Stadt.
Von Michael Beier ·
Hamburgs Süden bekommt einen neuen Nachbarn mit langer Geschichte: Der Lebensmittelimporteur Dovgan verlässt seinen bisherigen Standort am Zinkhüttenweg in Billbrook und zieht in einen Neubau am Großmoordamm im Bezirk Harburg. Rund 200 Menschen arbeiten derzeit für das Unternehmen. Am neuen Standort sollen Logistik und Verwaltung künftig unter einem Dach zusammenkommen.
Auf seiner Website nennt Dovgan bereits den Großmoordamm 100 als Firmenadresse. Für Hamburg ist das eine gute Nachricht im Kleinen: Ein gewachsenes Unternehmen braucht mehr Platz – und findet ihn innerhalb der Stadtgrenzen.
Eine Marke aus der Umbruchzeit Die Wurzeln reichen in die frühen 1990er-Jahre zurück. Damals entstand die Marke Dovgan in der ehemaligen Sowjetunion; das Unternehmen beschreibt sie als Symbol des Wandels nach dem Ende des kommunistischen Systems. Ende der 1990er-Jahre wurde in Hamburg die Dovgan GmbH gegründet, die die Markenrechte für Westeuropa erwarb.
Heute versteht sich das Unternehmen als Importeur für Spezialitäten aus Osteuropa, Polen, der Balkan- und Adria-Region, dem Orient und Vietnam. Das Angebot reicht von Trocken- über Frische- bis zu Tiefkühlware. Abnehmer sind vor allem der Großhandel und große Handelsketten, außerdem Hotels, Restaurants und Caterer; daneben verkauft Dovgan auch online an Privatkundschaft.
Ein Stück Heimat im Supermarktregal Was nüchtern nach Großhandel klingt, hat eine kulturelle Seite. Als wichtigste Zielgruppe nennt Dovgan die russischsprachige Bevölkerung in Westeuropa, ausdrücklich aber auch einheimische Kundinnen und Kunden, etwa in Deutschland, Spanien, Frankreich und Polen. Zu den Werten, die das Unternehmen selbst hervorhebt, zählt der Respekt vor nationalen Traditionen und Kulturen. Für viele Menschen mit Familiengeschichte in Osteuropa oder auf dem Balkan sind solche Produkte ein vertrauter Geschmack – für andere eine Einladung, Neues zu probieren.
Große Pläne – vorerst Ziele Ehrgeizig ist das Unternehmen auch beim Blick nach vorn. Nach eigenen Angaben liegt der Umsatz der Marke bei rund 250 Millionen Euro. In den kommenden vier bis fünf Jahren soll er auf eine Milliarde Euro steigen, und binnen zwei Jahren will Dovgan in mindestens 50 Ländern vertreten sein. Das sind Ziele der Firma, keine erreichten Ergebnisse – ob und wie schnell sie sich verwirklichen lassen, wird sich erst zeigen. Bislang nennt das Unternehmen neben Deutschland die baltischen Staaten, Finnland, Schweden, Polen und Spanien als Märkte.
Was der Umzug für Harburg bedeutet Wie groß der Neubau ist, wann der Umzug vollständig abgeschlossen sein soll und ob am neuen Standort zusätzliche Stellen entstehen, ist bislang nicht öffentlich bekannt. Sicher ist: Mit Dovgan kommt ein Arbeitgeber mit rund 200 Beschäftigten in den Hamburger Süden, der seine Abläufe an einem Ort bündeln will. Und Hamburg behält einen Betrieb, der hier seit Ende der 1990er-Jahre zu Hause ist.
Themen: Dovgan, Harburg, Umzug Hamburg, Lebensmittelimporteur, Arbeitsplätze Hamburg, Logistikzentrum, Unternehmensansiedlung
Dovgan zieht von Billbrook nach Harburg: Neubau am Großmoordamm