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Digitalpakt 2.0: 42,1 Millionen Euro bringen Mecklenburg-Vorpommerns Schulen voran
42,1 Millionen Euro vom Bund sollen Schulen in MV digital stärken – mit WLAN, Software, Geräten und mehr Know-how.
Von Denise ·
Digitalpakt 2.0: So profitieren Schulen in Mecklenburg-Vorpommern von 42,1 Millionen Schnelleres WLAN, moderne Lernsoftware, digitale Geräte und besser vorbereitete Lehrkräfte: Mit dem Digitalpakt 2.0 beginnt die nächste Etappe der Schuldigitalisierung. Mecklenburg-Vorpommern erhält dafür 42,1 Millionen Euro vom Bund – und diesmal geht es um deutlich mehr als neue Technik.
Ein Tablet allein macht noch keinen modernen Unterricht. Ein schnelles WLAN übrigens auch nicht. Entscheidend ist, was Schulen daraus machen können. Genau an diesem Punkt soll der Digitalpakt 2.0 stärker ansetzen als sein Vorgänger.
Seit Anfang September ist die neue Bund-Länder-Vereinbarung offiziell auf dem Weg. Sie gilt rückwirkend für Maßnahmen seit dem 1. Januar 2026. Insgesamt wollen Bund und Länder in den kommenden fünf Jahren fünf Milliarden Euro in die digitale Bildung an allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen investieren. Beide Seiten tragen jeweils 2,5 Milliarden Euro.
Für Mecklenburg-Vorpommern sind aus dem Bundesanteil 42,1 Millionen Euro für Investitionen in die digitale Bildungsinfrastruktur vorgesehen.
WLAN ist nur der Anfang Das Land hat bereits ziemlich konkret beschrieben, wohin ein Teil des Geldes fließen soll. Geplant sind Investitionen in digitale Bildungsmedien, Unterrichtssoftware und Systeme zur Bereitstellung digitaler Inhalte .
Daneben sollen technische Mindeststandards verbessert werden: etwa bei LAN- und WLAN-Netzen, digitalen Anzeige- und Arbeitsgeräten sowie mobilen Endgeräten für Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte .
Das klingt zunächst nach klassischer IT-Ausstattung. Der entscheidende Unterschied zum ersten Digitalpakt liegt jedoch im größeren Gesamtbild.
Der Digitalpakt 2.0 erlaubt auch die Förderung von Bildungssoftware und Strukturen für professionellen technischen Support. Damit soll ein Problem adressiert werden, das viele Schulen aus der ersten Digitalisierungswelle kennen: Neue Geräte helfen wenig, wenn Netzwerke instabil sind, Software nicht zusammenpasst oder Lehrkräfte nebenbei zum IT-Support werden müssen.
Der zweite Digitalpakt denkt stärker an den Unterricht Das Programm besteht deshalb aus drei miteinander verbundenen Bereichen: digitale Infrastruktur, Schul- und Unterrichtsentwicklung sowie Lehrkräftebildung .
Allein für die digitale Infrastruktur stellt der Bund 2,25 Milliarden Euro bereit. Davon sind 2,1375 Milliarden Euro für Maßnahmen in den Ländern vorgesehen, weitere 112,5 Millionen Euro für gemeinsame Projekte mehrerer Länder – etwa Plattformen, Cloud-Angebote oder technische Standards.
Weitere 250 Millionen Euro Bundesmittel fließen in die Initiative „Digitales Lehren und Lernen“. Dort geht es um Forschung und neue Konzepte für die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften. Ein Schwerpunkt beschäftigt sich ausdrücklich mit daten- und KI-gestütztem Lehren – beispielsweise mit intelligenten Feedbacksystemen, individueller Förderung oder der Frage, wo künstliche Intelligenz Lehrkräfte sinnvoll unterstützen kann.
Damit verschiebt sich der Fokus ein Stück weit: weg von der Frage „Wie viele Tablets stehen im Schrank?“ hin zu „Wie lässt sich digitale Technik tatsächlich sinnvoll zum Lernen einsetzen?“.
KI soll nicht einfach nur ins Klassenzimmer einziehen Gerade bei künstlicher Intelligenz ist dieser Ansatz relevant. Schülerinnen und Schüler begegnen KI-Systemen längst außerhalb der Schule. Die pädagogische Aufgabe besteht deshalb nicht nur darin, solche Werkzeuge einzusetzen, sondern auch ihre Möglichkeiten, Grenzen und Risiken zu verstehen.
Die bundesweite Initiative zur Lehrkräftebildung umfasst unter anderem Projekte zu KI-gestütztem Unterricht, digitaler Souveränität, digitaler Schulführung und moderner beruflicher Bildung. Ziel ist es, Forschung und schulische Praxis stärker miteinander zu verbinden.
Das könnte langfristig wichtiger sein als manches neue Endgerät. Technik veraltet schließlich erstaunlich schnell. Kompetenzen lassen sich weiterentwickeln.
Weniger Papierkram soll mehr Zeit für Umsetzung lassen Auch bei der Verwaltung soll der zweite Digitalpakt schlanker werden. Bund und Länder sehen unter anderem pauschalierte Zuweisungen und weniger detaillierte Berichtspflichten vor. Das soll den Aufwand für Länder und Schulträger reduzieren.
In Mecklenburg-Vorpommern wird die konkrete Förderrichtlinie allerdings derzeit noch ausgearbeitet. Kommunen, Landkreise und freie Schulträger werden dabei einbezogen. Das bedeutet auch: Die 42,1 Millionen Euro liegen nicht bereits vollständig auf den Konten einzelner Schulen. Erst die landesrechtlichen Regeln bestimmen im Detail, wie die Förderung beantragt und verteilt wird.
Das ist eine wichtige Einschränkung – und gleichzeitig der nächste praktische Schritt.
Warum das Hoffnung macht Der Digitalpakt 2.0 behandelt Digitalisierung erstmals deutlicher als Zusammenspiel aus Technik, Unterricht, Software, Support und Qualifikation .
Gerade für Schulen außerhalb großer Städte kann eine zuverlässige digitale Infrastruktur neue Möglichkeiten eröffnen: Unterrichtsmaterialien lassen sich leichter teilen, digitale Lernangebote können individuelle Förderung ergänzen und spezialisierte Angebote werden auch über größere Entfernungen erreichbar.
Mecklenburg-Vorpommern hat damit bereits Erfahrung. Die Digitale Landesschule des Landes hat seit dem Schuljahr 2023/24 mehr als 5.000 Schülerinnen und Schüler an 61 Schulen mit digitalen Unterrichtsangeboten erreicht.
Der neue Digitalpakt liefert nun zusätzliches Geld und einen langfristigeren Rahmen. Ob daraus wirklich besserer Unterricht entsteht, entscheidet sich allerdings nicht an der Zahl der Geräte – sondern daran, wie klug Schulen, Schulträger und Lehrkräfte die neuen Möglichkeiten nutzen.
Und vielleicht ist genau das die erfreulichste Veränderung am Digitalpakt 2.0: Die Digitalisierung der Schule wird zunehmend weniger als Einkaufszettel für Technik verstanden und stärker als Bildungsaufgabe.
Digitalpakt 2.0: 42,1 Millionen Euro bringen Mecklenburg-Vorpommerns Schulen voran