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Deutschland hat sein Sonnen-Soll schon im September erfüllt – fällt jetzt der Rekord?
Deutschland hat sein übliches Jahres-Sonnensoll schon Mitte September erreicht. Für den Rekord wird es nun spannend.
Von Ulrike ·
Deutschland hat sein Sonnen-Soll schon im September erfüllt – fällt jetzt der Rekord? Deutschland erlebt 2026 ein bemerkenswert sonniges Jahr. Bereits Mitte September hatte die Sonne bundesweit länger geschienen, als in einem durchschnittlichen gesamten Jahr zu erwarten wäre. Ob daraus am Ende sogar ein neuer Rekord wird, entscheidet sich jedoch erst in den kommenden Wochen.
Bis Ende August kamen im bundesweiten Flächenmittel rund 1.592 Sonnenstunden zusammen. Das sind gut 22 Prozent mehr als die durchschnittlich 1.303 Stunden, die in der Vergleichsperiode 1991 bis 2020 von Januar bis August registriert wurden.
Und die Sonne legte Anfang September weiter nach: Bis zum 15. September stieg die Bilanz auf rund 1.681 Stunden . Damit war bereits das durchschnittliche Soll eines kompletten Jahres übertroffen. Dieses liegt für Deutschland im Zeitraum 1991 bis 2020 bei etwa 1.665 Stunden .
Nur 2022 lag zu diesem Zeitpunkt noch davor Ganz für den Rekord reicht es bislang allerdings nicht. Das sonnigste Jahr seit Beginn der deutschlandweiten Messreihe im Jahr 1951 bleibt 2022 mit rund 2.024 Sonnenstunden . Am 15. September 2022 lag die damalige Bilanz zudem noch etwa 23 Stunden über dem Wert von 2026.
Auch andere außergewöhnliche Sonnenjahre stammen auffällig häufig aus der jüngeren Vergangenheit: 2018 brachte es auf rund 2.015 Stunden, 2003 auf knapp 2.014 Stunden. Das Jahr 2025 landete mit rund 1.914 Stunden ebenfalls weit vorne.
Für 2026 fehlen vom Stand Mitte September also noch gut 340 Stunden , um den bisherigen Jahresrekord zu übertreffen. Das klingt zunächst überschaubar – doch mit dem Herbst werden die Tage schnell kürzer, und Nebel, Hochnebel sowie Tiefdruckgebiete können die Sonnenausbeute deutlich begrenzen.
Der Wetterwechsel nimmt etwas Tempo heraus Genau das zeigte sich nach der sonnigen ersten Septemberhälfte. Eine westliche Strömung brachte vor allem dem Norden zeitweise mehr Wolken, Wind, Schauer und Regen. Im Süden blieb es dagegen länger freundlich. Anschließend konnte sich regional bereits wieder Hochdruckeinfluss durchsetzen.
Der Rekordkurs ist damit weder beendet noch garantiert. Besonders Ende September und Oktober dürften entscheidend werden: Bleiben größere Hochdruckgebiete über Mitteleuropa liegen, können noch viele Sonnenstunden hinzukommen. November und Dezember tragen aufgrund der kurzen Tage deutlich weniger zur Jahresbilanz bei.
Warum Deutschland heute häufiger Sonne misst Der Blick auf mehrere Jahrzehnte zeigt ohnehin einen interessanten Wandel. Nach vergleichsweise trüben Jahrzehnten nahm die Sonnenscheindauer seit den 1980er-Jahren deutlich zu.
Ein wichtiger Grund dafür ist überraschend positiv: sauberere Luft . Weniger Aerosole und Luftschadstoffe lassen mehr Sonnenstrahlung die Erdoberfläche erreichen. Fachleute sprechen vom „Global Brightening“. Das Umweltbundesamt führt einen wesentlichen Teil dieses Effekts auf erfolgreiche Maßnahmen zur Luftreinhaltung zurück.
Auch für die Energiewende hat ein sonnenreiches Jahr einen angenehmen Nebeneffekt. Deutsche Photovoltaikanlagen speisten allein im ersten Halbjahr 2026 nach Angaben des Fraunhofer ISE 43,2 Terawattstunden ins öffentliche Netz ein – zehn Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und ein neuer Höchstwert.
Allerdings hat viel Sonne auch eine weniger angenehme Seite: Sie erhöht die Verdunstung und kann Trockenheit in Böden verstärken. Ein Sonnenrekord wäre deshalb meteorologisch außergewöhnlich – aber nicht automatisch in jeder Hinsicht eine gute Nachricht.
Fest steht schon jetzt: 2026 gehört zu den außergewöhnlich sonnigen Jahren Deutschlands. Ob daraus am 31. Dezember tatsächlich ein neuer Rekord wird, bleibt eine der spannenderen Wetterfragen dieses Herbstes.
Deutschland hat sein Sonnen-Soll schon im September erfüllt – fällt jetzt der Rekord?