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Deutsche Industrie wächst weiter: Bessere Stimmung als in Frankreich und Italien
Einkaufsmanagerindex steigt auf 54,2 Punkte: Deutschlands Fabriken wachsen weiter – trotz steigender Kosten.
Von Max ·
Die deutsche Industrie hat im Oktober ihren Aufwärtstrend fortgesetzt: Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe ist auf 54,2 Punkte gestiegen, nach 53,9 im September. Das hat S&P Global am 2. November in seiner endgültigen Auswertung bestätigt; schon die erste Schätzung vom 23. Oktober lag auf diesem Wert. Damit liegt Deutschland unter den vier größten Volkswirtschaften der Eurozone klar vorn.
Was die Zahl bedeutet Der Einkaufsmanagerindex – oft kurz PMI genannt – ist ein monatliches Stimmungsbarometer für die Industrie. S&P Global befragt dafür jeden Monat Einkaufsmanager aus rund 420 deutschen Industriebetrieben. In den Wert fließen unter anderem neue Aufträge, Produktion und Beschäftigung ein. Die Faustregel ist einfach: Liegt der Index über 50 Punkten, wächst die Industrie im Vergleich zum Vormonat, liegt er darunter, schrumpft sie. Mit 54,2 Punkten ist die deutsche Industrie also deutlich im Wachstumsbereich – und nur knapp unter dem Augustwert von 54,3, dem höchsten Stand seit Mai 2022.
Deutschland vorn, andere Euro-Länder gemischt Der Blick auf die anderen großen Euro-Länder zeigt, wie gut der deutsche Wert ist. Spanien legte überraschend auf 52,2 Punkte zu. Frankreich dagegen rutschte mit 49,5 Punkten unter die Wachstumsschwelle, Italien mit 49,4 ebenfalls. Für die gesamte Eurozone meldet S&P Global 52,7 Punkte – etwas weniger als im September, als der Index mit 52,9 so hoch lag wie seit Mai 2022 nicht mehr.
S&P-Global-Chefvolkswirt Chris Williamson sieht die Industrie im Euroraum dennoch in ihrer besten Wachstumsphase seit mehr als vier Jahren. Er hob ihre Widerstandsfähigkeit hervor – trotz US-Zöllen und der Folgen der Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten.
Rüstung, Infrastruktur und Export als Treiber Woher kommt der Schwung in Deutschland? S&P Global nennt höhere Staatsausgaben für Verteidigung und Infrastruktur sowie steigende Exportumsätze. Zusammen stützen sie die Nachfrage. „Die deutsche Industrie beweist ihre Widerstandsfähigkeit“, sagt S&P-Global-Ökonom Phil Smith.
Auch bei den Arbeitsplätzen gibt es eine gute Nachricht: Die Betriebe bauen zwar weiterhin Stellen ab, aber so wenige wie seit über drei Jahren nicht mehr. Die Beschäftigung nähert sich damit einer Stabilisierung.
Was noch bremst Ganz ungetrübt ist das Bild nicht. Produktion und Neuaufträge wuchsen etwas langsamer als zuletzt, im historischen Vergleich laut Smith aber immer noch kräftig. Gleichzeitig steigt der Kostendruck: Teurere Vorprodukte, Rohstoffe und Öl schlagen bei den Unternehmen zu Buche. Und die Betriebe blicken etwas vorsichtiger auf das kommende Jahr – ihre Erwartungen an das Produktionswachstum sind gesunken.
Unterm Strich bleibt ein solider Befund: Die deutsche Industrie wächst seit mehreren Monaten und hat ihren Kurs im Oktober gehalten. Ein Boom ist das nicht – aber ein deutliches Zeichen, dass sich die Fabriken zwischen Zöllen, Kosten und Krisen behaupten.
Themen: Deutsche Industrie, Industriewachstum, Einkaufsmanagerindex, Wirtschaft Deutschland, Konjunktur, PMI, Arbeitsplätze
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