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d-you startet 2027: So wird der Personalausweis zur digitalen Brieftasche fürs Handy
Ab Januar 2027 bringt d-you Ausweis, Altersnachweis und Verträge aufs Smartphone – freiwillig, sicher und EU-weit.
Von Max ·
d-you startet 2027: So wird der Personalausweis zur digitalen Brieftasche fürs Handy Personalausweis, Führerschein, Krankenkassenkarte – viele wichtige Nachweise stecken noch immer im Portemonnaie. Deutschlands neue digitale Brieftasche soll das ändern.
d-you heißt die staatliche deutsche Version der europäischen Digital Identity Wallet. Am 2. Januar 2027 soll sie starten. Bürgerinnen und Bürger sollen damit persönliche Nachweise sicher auf dem Smartphone speichern und bei Behörden oder Unternehmen digital verwenden können.
Der Ausweis zieht aufs Smartphone Zum Start soll d-you vor allem die digitale Identifikation erleichtern. Damit könnte man sich beispielsweise gegenüber Behörden ausweisen, das eigene Alter bestätigen, Verträge abschließen oder ein Bankkonto eröffnen.
Später sollen weitere Nachweise hinzukommen – darunter Führerschein, Krankenkassenkarte, Zeugnisse, Mitarbeiterausweise und Versicherungsnachweise. Auch elektronische Signaturen sind vorgesehen.
Der Vorteil: Statt verschiedener Apps, Logins und Identifizierungsverfahren könnte langfristig eine gemeinsame digitale Infrastruktur viele Alltagsvorgänge vereinfachen.
Nur die Daten zeigen, die wirklich nötig sind Besonders interessant ist das Prinzip der selektiven Datenfreigabe .
Wer etwa nur beweisen muss, dass er volljährig ist, soll künftig nicht zwingend Name, Geburtsdatum und Adresse offenlegen müssen. Die Wallet könnte lediglich bestätigen: Die Person ist über 18.
Damit könnte digitale Identifikation sogar datensparsamer werden als manche heutige Lösung.
Rund 40 Partner sind zum Start dabei Eine digitale Brieftasche funktioniert nur, wenn sie auch akzeptiert wird. Deshalb bindet das Digitalministerium Unternehmen und öffentliche Stellen bereits in die Entwicklung ein.
Zum Start sind nach Angaben des Ministeriums rund 40 Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung vorgesehen. Dazu zählen unter anderem Deutsche Post, Vodafone, Rossmann, Commerzbank, Bundesagentur für Arbeit und Deutsche Rentenversicherung.
In Testumgebungen werden bereits konkrete Anwendungen für digitale Identitäten und Nachweise erprobt.
Die Daten sollen beim Nutzer bleiben Bei einer digitalen Identität ist Datenschutz entscheidend.
Nach Angaben des Digitalministeriums sollen Nachweise verschlüsselt auf dem Smartphone gespeichert werden. Eine zentrale staatliche Datenbank mit umfassenden Nutzerprofilen ist nicht vorgesehen. Die Nutzung soll außerdem freiwillig und kostenlos sein.
Auch der Quellcode der staatlichen Wallet soll öffentlich zugänglich sein, sodass Fachleute die Software überprüfen können.
d-you ist Teil eines europäischen Projekts Deutschland entwickelt die Wallet nicht allein. Grundlage ist die European Digital Identity Wallet , die in allen EU-Mitgliedstaaten eingeführt werden soll.
Langfristig könnten digitale Nachweise dadurch auch grenzüberschreitend funktionieren – beispielsweise beim Studium, bei Bankgeschäften, Behördengängen oder Verträgen innerhalb Europas.
Gemeinsame technische Standards sollen dafür sorgen, dass die Wallets der verschiedenen Länder miteinander kompatibel sind.
Der Start ist erst der Anfang d-you wird am 2. Januar 2027 noch keine vollständig ausgestattete digitale Brieftasche sein.
Die Bundesregierung spricht ausdrücklich von einer ersten Ausbaustufe. Weitere Dokumente und Funktionen sollen schrittweise folgen. Auch einzelne rechtliche und praktische Fragen werden derzeit noch geklärt.
Entscheidend wird deshalb sein, ob die Technik nicht nur sicher funktioniert, sondern im Alltag tatsächlich einfacher ist als bestehende Lösungen.
Weniger digitale Umwege im Alltag Der eigentliche Nutzen von d-you könnte weit über einen digitalen Personalausweis hinausgehen.
Ein Mobilfunkvertrag könnte ohne zusätzliches Video-Ident-Verfahren möglich werden. Ein Onlineshop könnte lediglich erfahren, dass jemand volljährig ist. Arbeitgeber könnten geprüfte Bildungsnachweise erhalten und Behörden Bürger eindeutig identifizieren.
Viele dieser Dinge funktionieren bereits digital – bislang jedoch oft über unterschiedliche Systeme.
Eine gemeinsame digitale Identität könnte daraus einen deutlich unkomplizierteren Prozess machen.
Was funktioniert bereits – und was können wir daraus lernen? Deutschland beginnt nicht bei null. Mit Online-Ausweisfunktion und AusweisApp existiert bereits eine elektronische Identitätsinfrastruktur. Gleichzeitig werden neue Anwendungen getestet und Unternehmen, Behörden sowie Hochschulen früh eingebunden.
Die entscheidende Erkenntnis: Digitale Verwaltung wird dann erfolgreich, wenn nicht nur eine neue App entsteht, sondern gleichzeitig genügend sinnvolle Anwendungen vorhanden sind.
Ob d-you diesen Anspruch erfüllt, wird sich deshalb weniger am Logo zeigen als an einer einfachen Frage: Wird der digitale Alltag damit tatsächlich leichter?
d-you startet 2027: So wird der Personalausweis zur digitalen Brieftasche fürs Handy