Hamburg · Hamburger Geschichte
Burgberg Rönneburg: Wo einst eine Burg die Elbmarsch bewachte, entsteht ein Aussichtsplatz
Neue Treppen aus Cortenstahl, erneuerte Wege und ein Plateau mit Sitzplätzen: Bis Ende 2026 wird der historische Burgberg in Rönneburg sicherer und besser begehbar.
Von Michael Beier ·
Wer auf den Burgberg in Rönneburg steigt, geht über Boden mit langer Geschichte. Auf dem Hügel im Hamburger Süden stand im Mittelalter eine Burg, von der aus die Elbmarsch im Blick behalten wurde. Heute ist der Berg Mittelpunkt einer grünen Parkanlage – und die wird gerade aufgewertet. Am 2. November hat der Bezirk Harburg dort mit den Arbeiten begonnen: Es entstehen neue Treppen, erneuerte Wege und ein Aussichtsplatz.
Eine Burg aus dem Mittelalter Wann genau die Befestigung auf dem Burgberg entstand, ist nicht sicher. Laut dem Stadtportal hamburg.de wurde sie schätzungsweise zwischen dem 9. und dem 11. Jahrhundert errichtet. Der Platz war gut gewählt: Die Anlage stand auf einem rund 45 Meter hohen Hügel, von dem aus sich die Elbmarsch überwachen ließ. Zudem führte eine alte Handelsstraße vorbei, weshalb sich schon früh Siedler in der Nähe niederließen.
Ihren Namen verdankt die Burg dem nahen Bach Rönne – im Mittelniederdeutschen ein Wort für ein Rinnsal oder einen kleinen Bach. Urkundlich erwähnt wird sie erstmals im Jahr 1233, damals als „Runneborge“.
Von der Burg selbst steht heute nichts mehr. Ein etwa einen Meter hoher Erdwall, auf dem ein Spazierweg verläuft, lässt erahnen, wo einst die Wallanlagen lagen. Auch an den Hängen des Hügels sind Reste der alten Befestigung noch zu erkennen. Rund um den Berg stehen Buchen mit dicken Stämmen und mächtigem Wurzelwerk.
Cortenstahl und ein Platz zum Verweilen Damit die historische Grünanlage sicherer und besser nutzbar wird, entstehen am Südhang zwei neue Treppen. Die westliche führt hinauf zu einem Plateau am unteren Ringweg. Dort sind Sitzplätze vorgesehen – ein Ort zum Verweilen und mit Aussicht. Eine zweite, kürzere Treppe im Osten verbessert die Verbindung entlang des Burggrabens.
Gebaut werden die Treppen in mehreren Abschnitten aus Cortenstahl. Das langlebige Material bildet mit der Zeit eine rostbraune Schutzschicht. Geländer, Schieberinnen für Kinderwagen und Rampen für Hunde kommen hinzu. Ganz barrierefrei lässt sich der Berg wegen der Hanglage allerdings nicht erschließen. Außerdem werden Wegeflächen, Natursteinpflaster und Entwässerungsrinnen erneuert.
Rücksicht auf Buche und Boden Bei den Arbeiten gilt besondere Vorsicht. Der wertvolle Baumbestand wird geschützt, vor allem die geschützte Buche am Burgberg. Und auf dem historischen Gelände werden alle Eingriffe in den Boden archäologisch begleitet.
Insgesamt stehen für Treppen, Wege, Baumschutz und archäologische Begleitung 445.000 Euro bereit. Fertig sein soll alles bis Ende Dezember 2026. Bis dahin kann es am Südhang zeitweise Einschränkungen und Sperrungen geben; Wege sollen aber eingeschränkt nutzbar bleiben, soweit das sicher möglich ist.
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Burgberg Rönneburg: Wo einst eine Burg die Elbmarsch bewachte, entsteht ein Aussichtsplatz