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Bodenwaschanlage in Selmsdorf soll Altlasten wieder nutzbar machen
Belastete Böden und Bauschutt müssen nicht zwangsläufig auf der Deponie enden. Eine geplante Bodenwaschanlage in Selmsdorf soll wertvolle Bestandteile zurückgewinnen, Transporte verkürzen und Rohstoffe im Kreislauf halten.
Von Andre ·
Aus Altlasten werden neue Rohstoffe: Selmsdorf plant moderne Bodenwäsche Was heute noch als belasteter Abfall gilt, könnte künftig ein zweites Leben als Baustoff erhalten. In Selmsdorf bei Lübeck planen zwei regionale Entsorgungsunternehmen eine Bodenwaschanlage, die verunreinigte Böden und mineralischen Bauschutt aufbereiten soll.
Dafür haben die landeseigene Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft, kurz IAG, und die GER Umweltschutz GmbH die gemeinsame Betreibergesellschaft BWI Bodenwaschanlage Ihlenberg gegründet. Läuft das Genehmigungs- und Bauverfahren wie vorgesehen, soll die Anlage 2029 ihren Betrieb aufnehmen.
Wie sich Boden tatsächlich waschen lässt Bei einer Bodenwäsche wird das angelieferte Material zunächst zerkleinert, gesiebt und nach Korngrößen getrennt. Viele Schadstoffe haften besonders stark an feinen Bodenbestandteilen. Durch Wasser, mechanische Bewegung und weitere Trennverfahren können vergleichsweise saubere Sand-, Kies- und Steinfraktionen von stärker belasteten Feinanteilen getrennt werden.
Der Vorgang lässt die Schadstoffe allerdings nicht einfach verschwinden: Belastetes Waschwasser und konzentrierte Rückstände müssen fachgerecht behandelt oder entsorgt werden. Wie viel Material wiederverwendet werden kann, hängt deshalb von Bodenart und Schadstoffbelastung ab.
Nach Angaben der Projektpartner soll ein Großteil der gereinigten mineralischen Bestandteile als Sekundärrohstoff in den Wirtschaftskreislauf zurückkehren. Vorgesehen ist unter anderem eine Nutzung als Baumaterial und für die abschließende Oberflächenabdeckung der Deponie Ihlenberg. Dafür muss das Material die gesetzlichen Qualitäts- und Grenzwertanforderungen erfüllen.
Gebaut werden soll auf dem Gelände einer stillgelegten Restabfallbehandlungsanlage. Das nutzt vorhandene Industrieflächen und könnte Transporte zu weiter entfernten Waschanlagen verkürzen. Konkrete Angaben zu Investitionssumme, Jahreskapazität, Recyclingquote oder zusätzlichen Arbeitsplätzen wurden bislang jedoch nicht veröffentlicht.
Ganz eindeutig ist auch die Bezeichnung als „erste Bodenwaschanlage“ des Landes nicht: Eine amtliche Anlagenübersicht führte bereits 2025 eine Bodenwaschanlage in Langhagen auf. Die neue Anlage soll laut IAG vielmehr durch ihre besondere Waschleistung und Kapazität einzigartig in Mecklenburg-Vorpommern sein.
Bodenwaschanlage in Selmsdorf soll Altlasten wieder nutzbar machen