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Bodensee-Fähre „Tábor“ soll elektrisch werden: Förderantrag für 12-Millionen-Umbau
Konstanz will die Autofähre „Tábor“ auf Batterie umrüsten. Der Förderantrag ist gestellt, die Entscheidung steht noch aus.
Von Tobias ·
Die Überfahrt von Konstanz nach Meersburg ist kurz, der Weg mit dem Auto um den See dagegen lang. Mehrere Fähren pendeln auf dieser Verbindung, eine davon könnte künftig mit Strom aus Batterien fahren: die „Tábor“. Ende Oktober haben die Stadtwerke Konstanz mitgeteilt, dass sie dafür beim Bund einen Förderantrag gestellt haben. Noch ist es ein Plan, aber einer mit klaren Eckdaten.
Ein Arbeitstier der Linie Die „Tábor“ ist seit 2004 im Dienst und kein Nebendarsteller. „Die Fähre ‚Tábor‘ erbringt fast ein Drittel der Verkehrsleistung“ der Verbindung, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Norbert Reuter. Genau deshalb lohnt sich der Blick auf dieses Schiff: Wird es elektrisch, könnte der Dieselverbrauch der Fährflotte nach Reuters Worten deutlich sinken.
Statt ein neues Schiff zu bauen, wollen die Stadtwerke die vorhandene Fähre umrüsten und dabei umfassend modernisieren. Christoph Witte, technischer Leiter des Fährbetriebs, nennt sie ein Schiff, das man „noch viele Jahre einsetzen“ wolle.
Was sich an Bord ändern soll Geplant sind Batteriesysteme mit rund 3,6 Megawattstunden Speicherkapazität, eine neue Energieverteilung an Bord und weitere technische Anpassungen. Die Dieselmotoren, die an Bord bisher den Strom erzeugen, sollen im regulären Betrieb durch Batterien ersetzt werden. Die Voith-Schneider-Propeller bleiben erhalten.
Laden, während die Autos rollen Die eigentliche Knobelaufgabe liegt an Land. Die Fähre soll am Anleger Konstanz-Staad nachladen, und zwar in den wenigen Minuten, in denen Autos von Bord und an Bord fahren. Dafür braucht es in kurzer Zeit sehr viel Leistung, doch der Netzanschluss am Anleger ist begrenzt. Ein stationärer Batteriespeicher an Land soll das ausgleichen. Hinzu kommt eine Ladestation am Nachtliegeplatz. Reuter spricht von einem neuen Energieversorgungskonzept für den Fährbetrieb.
Zwölf Millionen Euro – und eine offene Frage Das Projekt umfasst rund zwölf Millionen Euro, inklusive Schiffsumbau und Ladetechnik an Land. Beantragt ist eine Förderung aus dem Bundesprogramm „Grüne Binnenschifffahrt“ von bis zu 90 Prozent der förderfähigen Kosten. Bewilligt ist sie noch nicht. Erst wenn der Förderbescheid vorliegt und weitere Beschlüsse gefallen sind, wollen die Stadtwerke über die Umsetzung entscheiden. Einen Zeitplan nennen sie noch nicht.
Dass so ein Projekt kein Selbstläufer ist, zeigt seine Vorgeschichte. Schon einmal sollte die „Tábor“ elektrisch werden. 2025 wurde das Vorhaben jedoch abgesagt. Laut einem Antrag im baden-württembergischen Landtag hielt der Aufsichtsrat der Stadtwerke die Betriebskosten für zu hoch, vor allem weil der Diesel für die Fähren steuerbefreit ist, der Strom für ein Elektroschiff dagegen nicht. Der neue Antrag ist also ein zweiter Anlauf.
Der See wird grüner, Schritt für Schritt Ganz allein wäre die „Tábor“ nicht. Auf derselben Linie fährt seit Oktober 2023 die „Richmond“, deren Gasmotoren mit verflüssigtem Bio-Erdgas laufen. Und die Bodensee-Schiffsbetriebe setzen schon seit 2022 die batterieelektrische „Insel Mainau“ für Fahrgäste ein. Mit der „Tábor“ käme nun eine große Autofähre hinzu. Ob es so kommt, hängt am Förderbescheid des Bundes. Die Pläne dafür liegen jedenfalls auf dem Tisch.
Themen: Elektrofähre Bodensee, Fähre Tábor, Nachhaltigkeit, Konstanz, Umweltschutz, Grüne Binnenschifffahrt, Förderantrag
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