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Blues & Boogie Night in Harburg: Dieter Bahlmann, 86, lädt zum letzten Benefizkonzert
Am 6. November spielen Axel Zwingenberger, Abi Wallenstein und Co. in Heimfeld. Der Erlös geht an SOS-Kinderdörfer.
Von Michael Beier ·
Uwe Seeler und Günter Netzer schnürten die Fußballschuhe, Otto Waalkes lockte fast 10.000 Zuschauer auf den Platz, und Bürgermeister Klaus von Dohnanyi führte den Anstoß aus. Diese Benefizspiele auf der Jahnhöhe, der Heimat des Harburger Turnerbunds, liegen Jahrzehnte zurück. Der Mann, der sie damals auf die Beine stellte, ist bis heute im Einsatz. Er schreibt nun das letzte Kapitel.
Dieter Bahlmann, 86 Jahre alt, organisiert am Freitag, 6. November 2026, die 16. und letzte Große Blues & Boogie Night in der Friedrich-Ebert-Halle in Heimfeld. Beginn ist um 20 Uhr, Einlass um 19 Uhr. Der gesamte Erlös geht an die SOS-Kinderdörfer weltweit. Seit rund fünf Jahrzehnten stellt Bahlmann ehrenamtlich Benefizveranstaltungen auf die Beine. Eigentlich wollte er längst aufhören. Doch Freunde hätten ihn überredet, „die 50 Jahre voll zu machen“, sagt er.
Vom Bücherregal zur Benefizbühne Sein Handwerk lernte Bahlmann im Kaufhaus. Bei Karstadt in Eimsbüttel begann er 1956 seine Lehre, später arbeitete er jahrzehntelang im Harburger Haus und leitete dort die Buchabteilung. In dieser Zeit holte er bekannte Gäste zu Signierstunden und Lesungen in die Filiale.
Die Verbindung zu SOS entstand ebenfalls über den Arbeitgeber: Zum 100. Firmenjubiläum stiftete der Karstadt-Konzern 1981 ein SOS-Kinderdorf in Brasilien. Von da an stellte Bahlmann seine Veranstaltungen in den Dienst der Kinderhilfe. Der größte Teil der Erlöse ging an das Kinderdorf Jacarepaguá in Rio de Janeiro, das er einige Male selbst besucht hat. Auf seiner Bühne standen über die Jahre Roy Black und Rolf Zuckowski, im Fußballtrikot liefen neben Seeler und Netzer auch Wolfgang Overath und Charly Dörfel auf.
Allein die Reihe der Blues- und Boogie-Abende hat laut dem Eintrag im Veranstaltungskalender von Hamburg Tourismus bisher mehr als 196.000 Euro für die SOS-Kinderdörfer eingebracht. Dass es überhaupt eine 16. Ausgabe gibt, ist keine Selbstverständlichkeit: Schon nach dem Konzert 2023 hatte Bahlmann angekündigt, es sei das letzte dieser Art in der Halle gewesen.
Zum Finale 15 Musiker auf einer Bühne Für den Abschied hat Bahlmann die Besetzung zusammengeholt, die das Publikum seit Jahren kennt. Am Flügel sitzen Boogie-Woogie-Pianist Axel Zwingenberger, Jörg Hegemann und Dan Popek, der jüngste Musiker des Abends. Abi Wallenstein bringt Gitarre und Stimme mit, Henry Heggen die Bluesharp. Dazu kommen B.B. & The Blues Shacks und die Mojo Men Bluesband. Zum Schluss ist eine große Jam-Session geplant, bei der alle 15 Beteiligten zusammen spielen.
Auch der Ort hat Musikgeschichte. Die Friedrich-Ebert-Halle wurde 1930 eingeweiht, im Juni 1961 nahmen die Beatles in ihrem Keller ihre erste Platte „My Bonnie“ auf. Heute fasst der denkmalgerecht sanierte Saal rund 1.100 Menschen. Bei der 15. Auflage 2023 kamen mehr als 1.000 Gäste, viele spendeten am Ausgang zusätzlich.
So kommen Sie an Karten Der günstigste Platz kostet 19 Euro, dazu kommen Vorverkaufsgebühren. Die Nachfrage ist groß. Vorverkaufsstellen sind die Kasse des Archäologischen Museums Hamburg am Museumsplatz 2 (040/428 71 36 09), Harburg-Marketing in der Hölertwiete 6 (040/32 00 46 95), Leichers Buchhandlung in der Meyerstraße 1 (040/77 41 16) und LZ Tickets in Lüneburg (04131/74 04 44). Über die Website der Friedrich-Ebert-Halle geht es außerdem zum Onlineverkauf.
Die Halle liegt am Alter Postweg 34 direkt an der S-Bahn-Station Heimfeld, vom Hauptbahnhof sind es mit der S3 knapp 20 Minuten. Parkplätze sind knapp, die Bahn ist die bessere Wahl.
Themen: Dieter Bahlmann, Blues & Boogie Night, Friedrich-Ebert-Halle, Harburg, SOS-Kinderdörfer, Benefizkonzert, Ehrenamt, Axel Zwingenberger
Blues & Boogie Night in Harburg: Dieter Bahlmann, 86, lädt zum letzten Benefizkonzert