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Besseres WLAN ohne Neukauf: Router mittig, frei und leicht erhöht aufstellen
Schwaches WLAN heißt nicht automatisch: neuer Router. Stiftung Warentest rät, das Gerät mittig, frei und leicht erhöht aufzustellen, denn Stein, Metall und Wasser schwächen das Signal oft deutlich. Ausprobieren lässt sich das gut an einem Samstag zu Hause.
Von Firas ·
Wenn es draußen früh dunkel wird, verlagert sich vieles nach drinnen: Film, Videoanruf, Hausaufgaben. Umso ärgerlicher, wenn das WLAN genau dann schwächelt. Die gute Nachricht: Bevor Geld fließt, lohnt sich ein Blick darauf, wo der Router eigentlich steht. Das kostet nichts als ein bisschen Zeit, und dafür ist ein Samstag zu Hause wie gemacht.
Dass der Empfang das Problem sein kann, ist keine Bastlerweisheit. Die Verbraucherzentrale zählt schlechten WLAN-Empfang ausdrücklich zu den möglichen Bremsen im eigenen Zuhause. Wie viel ein neuer Platz bringt, lässt sich allerdings nicht pauschal sagen, denn das hängt von Wohnung und Wänden ab. Genau deshalb lohnt sich das Ausprobieren.
Warum es auf den Platz ankommt Die Sendeleistung lässt sich nicht beliebig aufdrehen: Das Bundesamt für Strahlenschutz nennt für WLAN um 2,4 Gigahertz eine Obergrenze von 100 Milliwatt. Eine bestimmte Reichweite ist dagegen gar nicht vorgeschrieben. Sie ergibt sich laut Bundesnetzagentur aus der Strahlungsleistung und den Umgebungsverhältnissen, etwa der Bebauung. Die Leistung ist also gedeckelt, an der Umgebung können wir selbst etwas ändern.
Was die Funkwellen ausbremst WLAN funkt vor allem um 2,4 und 5 Gigahertz, neuere Technik auch im Bereich um 6 Gigahertz. Das sind Mikrowellen, bei 2,4 und 5 Gigahertz mit Wellenlängen von rund 12,5 und 6 Zentimetern. Und die haben Vorlieben.
Metall wirkt auf sie ähnlich wie ein Spiegel auf Licht: Es wirft die Wellen zurück und schluckt nur wenig. Wasserhaltiges dagegen nimmt Mikrowellen deutlich besser auf als Trockenes. Das passt dazu, dass ausgerechnet Aquarium und Heizkörper auf der Liste der schlechten Nachbarn stehen. Auch massives Mauerwerk und Stahlbeton dämpfen stark, besonders wenn sie feucht sind, ebenso metallbeschichtetes Glas.
Auch andere Technik kann dazwischenfunken: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) nennt Bluetooth, Mikrowellenherde und andere WLAN-Netze als mögliche Störquellen.
Das Samstagsprojekt in fünf Schritten Erst messen: Bei der Breitbandmessung, die in Zusammenarbeit mit der Bundesnetzagentur angeboten wird, ist eine Einzelmessung auch über WLAN möglich. So lässt sich der Stand vorher und nachher vergleichen. Das Ergebnis wird als WLAN-Messung gekennzeichnet und taugt nicht als Nachweis gegenüber dem Anbieter, dafür braucht es eine Messung per Kabel. Neuen Platz wählen: Stiftung Warentest rät zu einem zentralen Ort in der Wohnung, offen, frei und leicht erhöht. Nicht in den Schrank, nicht hinter Möbel, Wandvorsprünge, Jalousien, Heizkörper oder Aquarien. Auch der Branchenverband Bitkom empfiehlt einen möglichst zentralen Platz. Mehrere Orte testen: Wände und Hindernisse können unerwartete Effekte haben. Manchmal hilft es sogar, das Gerät an die Wand zu hängen. Die Hinweise in der Anleitung gelten dabei weiterhin. Funk entlasten: Computer, Drucker oder Fernseher mit festem Platz hängen nach Möglichkeit am Netzwerkkabel. Bänder und Kanal prüfen: 5 Gigahertz ist auf kürzere Distanz schneller und oft weniger belegt, reicht aber nicht so weit wie 2,4 Gigahertz. Beide zu nutzen ist also meist sinnvoll. Die automatische Kanalwahl kann helfen, wenn die Router der Nachbarn stören. Und wenn gar nichts mehr geht, hilft laut Verbraucherzentrale manchmal „der alte Trick“: den Router kurz aus- und wieder anschalten.
Wenn du schon mal im Router-Menü bist Dann lohnen sich gleich noch drei Handgriffe aus den Empfehlungen des BSI. Automatische Updates einschalten, denn sie schließen auch Sicherheitslücken. Prüfen, ob das WLAN-Passwort mindestens 20 Zeichen lang ist. Und als Verschlüsselung WPA2 oder WPA3 einstellen. Wie die Menüpunkte heißen, unterscheidet sich je nach Modell, das Handbuch hilft weiter.
Wenn der neue Platz nicht reicht Auch dann muss nicht sofort ein neuer Router her. Erreicht das WLAN nur eine einzelne Ecke nicht, kann laut Stiftung Warentest ein einfacher Repeater helfen, also ein Signalverstärker. Größere Distanzen überbrückt ein Netzwerkkabel zu einem zweiten Zugangspunkt, große oder verwinkelte Wohnungen sind oft mit einem Mesh-System besser bedient, bei dem mehrere Geräte ein gemeinsames Funknetz aufspannen. Auch das sind allerdings Anschaffungen.
Zum Thema wird ein neuer Router zum Beispiel, wenn das alte Gerät kein 5 Gigahertz beherrscht (Stiftung Warentest) oder weder WPA2 noch WPA3 unterstützt (BSI). Davor gilt: erst schieben, dann kaufen.
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