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Autonom quer durch die USA: Flugzeug schafft 5.148 Kilometer ohne Piloteneingriff
Eine umgerüstete Cessna flog 5.148 Kilometer durch die USA – Start, Navigation und Landung liefen autonom.
Von Max ·
Autonom quer durch die USA: Flugzeug schafft 5.148 Kilometer ohne Piloteneingriff Ein Flugzeug rollt zur Startbahn, hebt ab, folgt seiner Route, reagiert auf Wetteränderungen und landet wieder – ohne dass der Pilot im Cockpit einmal die Steuerung übernimmt. Was nach einem ziemlich ambitionierten Autopiloten klingt, ist im September 2026 auf einer Reise quer durch die USA gelungen.
Eine umgebaute Cessna 208B Grand Caravan des US-Unternehmens Joby Aviation legte auf mehreren Etappen insgesamt 3.199 Meilen oder rund 5.148 Kilometer zurück. Die Reise führte von Concord in Kalifornien über Arizona, Texas und South Carolina bis zu den Outer Banks in North Carolina. Joby bezeichnet die Tour als ersten vollständig autonomen Flug quer durch die Vereinigten Staaten.
Der Pilot war dabei – steuerte aber nicht Ganz menschenleer war das Cockpit allerdings nicht. Aus Sicherheits- und Zulassungsgründen saß während der Flüge weiterhin ein Pilot an Bord. Nach Angaben des Unternehmens musste er während der gesamten transkontinentalen Strecke kein einziges Mal in die Flugsteuerung eingreifen.
Das Flugzeug übernahm selbstständig das Rollen am Boden, Starts, Navigation und Landungen. Gleichzeitig wurde die Maschine von Bodenstationen in Kalifornien und auf der Shaw Air Force Base in South Carolina überwacht – zeitweise aus mehr als 3.700 Kilometern Entfernung . Ein Remote-Pilot konnte unter anderem Flugpläne aktualisieren und mit der Flugsicherung kommunizieren.
Autonom bedeutet in diesem Fall also nicht: Das Flugzeug ist völlig auf sich allein gestellt. Treffender wäre überwachte Autonomie – ähnlich wie bei hochautomatisierten Fahrzeugen, nur einige tausend Meter höher.
Selbst Gewitter mussten in die Planung passen Besonders interessant war nicht nur die Entfernung. Die Cessna bewegte sich auch durch unterschiedliche Lufträume und landete unter anderem am stark frequentierten Phoenix Deer Valley Airport. Nach Angaben von Joby passte das System seine Route außerdem in Echtzeit an, um Gewittern und schwerem Wetter auszuweichen.
Hinter der Technik steckt das System Superpilot , das ursprünglich vom Autonomie-Spezialisten Xwing entwickelt wurde. Joby übernahm dessen Autonomie-Sparte 2024. Die Technologie wurde seitdem bei mehr als 400 Flügen und insgesamt über 800 automatisierten Flugstunden erprobt.
Warum autonome Flugzeuge interessant werden könnten Der wahrscheinlich erste große Einsatzbereich dürften nicht Passagiermaschinen sein, sondern Fracht und Logistik. Autonome Flugzeuge könnten künftig beispielsweise Medikamente und dringend benötigte Ersatzteile in abgelegene Regionen bringen oder nach Naturkatastrophen eingesetzt werden.
Auch für riskante Transporte wäre die Technik interessant: Je weniger Menschen dafür direkt ins Cockpit müssen, desto geringer kann ihre persönliche Gefährdung sein. Joby nennt deshalb neben kommerzieller Fracht auch medizinische Transporte, Katastrophenhilfe und militärische Logistik als mögliche Anwendungen.
Bis regulär große Flugzeuge ohne Piloten durch den öffentlichen Luftraum fliegen, bleibt allerdings noch viel regulatorische Arbeit. Der erfolgreiche USA-Flug ist deshalb vor allem ein technischer Praxistest – keine Freigabe für einen allgemeinen unbemannten Flugbetrieb.
Dass eine umgerüstete Maschine Tausende Kilometer durch unterschiedlichste Lufträume fliegen kann, ohne dass der Sicherheitspilot eingreifen muss, zeigt dennoch: Autonome Luftfahrt verlässt zunehmend das Versuchsgelände.
Autonom quer durch die USA: Flugzeug schafft 5.148 Kilometer ohne Piloteneingriff