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Aus Geisternetzen werden Auto-Fußmatten: Hyundai erweitert Meeresschutz
Verlorene Fischernetze gefährden Meerestiere oft über Jahre. Hyundai und Healthy Seas lassen geeignete Nylonreste bergen und zu einem neuen Rohstoff für Auto-Fußmatten verarbeiten.
Von Ulrike ·
Vom Geisternetz zur Fußmatte: Wie Meeresmüll ins Auto gelangt Vor der kalifornischen Insel Santa Catalina liegt seit 2011 das Wrack des Fischerbootes „Midnight Hour“. Rund um das gesunkene Schiff haben sich herrenlose Netze verfangen. Was wie ein stilles Unterwasserbild wirkt, kann für Fische, Schildkröten und Meeressäuger zur tödlichen Falle werden.
Freiwillige Taucher von Ghost Diving USA holen diese sogenannten Geisternetze nun an die Oberfläche. Die Bergungsaktion gehört zu „From Sea to Shore“, einem neuen US-Programm von Hyundai und der Meeresschutzorganisation Healthy Seas. Ergänzt wird es durch eine Strandreinigung und Bildungsangebote für Kinder.
Die Idee dahinter reicht über das Einsammeln von Abfall hinaus: Verwertbare Nylonnetze werden sortiert und an den Kunststoffhersteller Aquafil übergeben. Dort entstehen aus ihnen und weiteren Nylonabfällen neue ECONYL-Fasern. Das regenerierte Material wird unter anderem für Fußmatten verwendet, die in Europa in zahlreichen Fahrzeugen der Modellreihen IONIQ, INSTER, SANTA FE und NEXO angeboten beziehungsweise eingesetzt werden.
Wichtig ist die genaue Einordnung: Die geborgenen Netze werden nicht unmittelbar zu Fußmatten verarbeitet. Nur geeignete Nylonbestandteile gelangen zusammen mit anderen ausgedienten Nylonmaterialien in den Recyclingprozess. Dennoch zeigt das Projekt, wie Meeresschutz und Kreislaufwirtschaft ineinandergreifen können.
Seit Beginn ihrer Zusammenarbeit im Jahr 2021 haben Hyundai und Healthy Seas nach Unternehmensangaben rund 320 Tonnen Meeresmüll in zehn Ländern beseitigt. Dazu gehören nicht nur Fischernetze, sondern auch Kunststoffteile und Überreste aufgegebener Aquakulturanlagen. Allein bei drei Aktionen in Griechenland wurden 2024 mehr als 170 Tonnen Abfälle geborgen.
Das löst das weltweite Problem verlorener Fanggeräte noch nicht. Es macht aber sichtbar, dass Abfall aus dem Meer wieder zu einem nutzbaren Rohstoff werden kann – wenn Bergung, Sortierung, Recycling und industrielle Nachfrage zusammenspielen.
Warum das Hoffnung macht
Aus gefährlichem Meeresmüll kann ein neuer Rohstoff entstehen. Das schützt Lebensräume und zeigt Unternehmen, dass Kreislaufwirtschaft praktisch umsetzbar ist.
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