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Alzheimer vorbeugen: Wie Bewegung, gutes Hören und soziale Kontakte das Gehirn schützen
Bewegung, Blutdruck, Hören und soziale Kontakte: Neue WHO-Empfehlungen zeigen, wie sich Demenzrisiken senken lassen.
Von Denise ·
Demenz ist nicht unausweichlich: Was unser Gehirn im Alltag schützen kann Der Schlüssel liegt wieder einmal irgendwo anders, ein Name will partout nicht einfallen und beim Betreten eines Zimmers ist plötzlich die Frage: Was wollte ich eigentlich hier? Solche Momente gehören zum Alltag und sind zunächst kein Hinweis auf eine Demenz.
Aufmerksam sollte man werden, wenn Gedächtnisprobleme häufiger auftreten und den Alltag zunehmend verändern – wenn vertraute Aufgaben schwerfallen, die Orientierung nachlässt, Gespräche schwieriger werden oder sich Verhalten und Persönlichkeit deutlich verändern. Solche Beschwerden sollten ärztlich abgeklärt werden, denn auch andere Erkrankungen können dahinterstecken.
Die gute Nachricht: Ein Teil des Risikos ist beeinflussbar Demenz ist keine unvermeidliche Folge des Alterns. Zwar lassen sich Alter und genetische Veranlagung nicht verändern. Bei erstaunlich vielen anderen Faktoren sieht das jedoch anders aus.
Die 2024 aktualisierte Lancet-Kommission identifizierte 14 beeinflussbare Risikofaktoren . Nach ihren Berechnungen könnten weltweit theoretisch bis zu 45 Prozent der Demenzfälle verhindert oder zumindest hinausgezögert werden , wenn diese Faktoren konsequent reduziert würden. Die im Sommer 2026 aktualisierten WHO-Leitlinien greifen viele dieser Erkenntnisse auf.
Zu den Faktoren gehören Bewegungsmangel, Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Bluthochdruck, Diabetes, starkes Übergewicht, ein hoher Cholesterinspiegel, Hörverlust, unbehandelte Sehprobleme, Depressionen, soziale Isolation, Kopfverletzungen, Luftverschmutzung und geringe Bildung beziehungsweise fehlende geistige Anregung.
Das klingt nach einer langen Liste. Tatsächlich haben viele Punkte etwas Praktisches gemeinsam: Wer Herz und Gefäße schützt, schützt häufig auch das Gehirn.
Bewegung wirkt gleich an mehreren Stellen Regelmäßige körperliche Aktivität kann Blutdruck, Gewicht und Blutzucker günstig beeinflussen. Nichtrauchen, eine ausgewogene Ernährung und ein zurückhaltender Umgang mit Alkohol gehören ebenfalls zu den Empfehlungen der WHO.
Mindestens ebenso interessant ist, was darüber hinaus zählt: geistig aktiv bleiben, Neues lernen, soziale Kontakte pflegen und eine eingeschränkte Hörfähigkeit behandeln lassen. Hörgeräte können nach den neuen WHO-Empfehlungen Teil einer Strategie zur Verringerung des Demenzrisikos sein.
Die eine Wunderübung für das Gehirn gibt es dagegen nicht. Ein Instrument lernen, lesen, tanzen, diskutieren, Sprachen lernen oder gemeinsam spielen haben vor allem eines gemeinsam: Das Gehirn bekommt neue Aufgaben – und soziale Aktivität kommt häufig gleich mit dazu.
Auch die vermeintlich einfache Lösung aus der Pillendose überzeugt bislang nicht: Vitamin-B- oder Vitamin-E-Präparate, Omega-3-Fettsäuren sowie Multivitaminpräparate empfiehlt die WHO zur Demenzprävention ohne nachgewiesenen Mangel derzeit nicht.
Prävention beginnt lange vor dem hohen Alter In Deutschland leben nach den neuesten Berechnungen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft derzeit rund 1,78 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung . Ohne größere Fortschritte bei Prävention und Therapie könnte ihre Zahl bis 2050 auf bis zu 2,6 Millionen steigen.
Gerade deshalb ist die wichtigste Erkenntnis der Forschung ermutigend: Hirngesundheit ist keine Angelegenheit, mit der man erst im hohen Alter beginnen muss. Bewegung, medizinische Vorsorge, gutes Hören und Sehen, Lernen und menschliche Nähe sind keine Garantie gegen Alzheimer. Aber sie gehören zu den Dingen, die wir tatsächlich beeinflussen können.
Und das ist bei einer Erkrankung, deren Ursachen bis heute nicht vollständig verstanden sind, eine ziemlich wertvolle Nachricht.
Warum das Hoffnung macht Demenz lässt sich bislang nicht sicher verhindern. Doch die Forschung zeigt immer genauer, an welchen Stellschrauben Menschen und Gesundheitssysteme ansetzen können, um Erkrankungen möglicherweise hinauszuzögern oder zu vermeiden.
Was du tun kannst Bewegung in den Alltag bringen, Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin kontrollieren lassen, nicht rauchen, Hör- und Sehprobleme behandeln und regelmäßig Zeit mit anderen Menschen verbringen – vieles davon unterstützt nicht nur das Gehirn, sondern die Gesundheit insgesamt.
Alzheimer vorbeugen: Wie Bewegung, gutes Hören und soziale Kontakte das Gehirn schützen