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Alsterschwäne im Winterquartier: Rund 100 Tiere samt Nachwuchs in Ohlsdorf
Rund 100 Alsterschwäne samt diesjährigem Nachwuchs sind im Winterquartier in Ohlsdorf angekommen – wegen der Vogelgrippe diesmal einzeln eingesammelt statt bei einer öffentlichen Einsammelfahrt.
Von Michael Beier ·
Die Alster wird stiller: Hamburgs Schwäne haben ihr Winterquartier bezogen. Rund 100 Tiere sind nach Angaben des Bezirksamts Hamburg-Nord im Interims-Winterquartier in Ohlsdorf angekommen. Darunter ist auch der Nachwuchs aus diesem Sommer – trotz eines holprigen Frühjahrs.
Einzeln eingesammelt – zum Schutz vor der Vogelgrippe Eine öffentliche Einsammelfahrt gab es in diesem Herbst nicht. Stattdessen hat das Team Schwanenwesen und Wildtierrettung des Bezirksamts die Tiere in den vergangenen Wochen nach und nach einzeln eingesammelt und transportiert. Der Grund ist Vorsicht: Die Vogelgrippe ist in diesem Jahr vermehrt aufgetreten, zuletzt mit größeren Ausbrüchen in Geflügelhaltungen in Schleswig-Holstein, unter anderem im Kreis Segeberg.
Schwanenvater Olaf Nieß betont, wie wichtig vorausschauendes Handeln in dieser Lage ist. Das schrittweise Einsammeln sollte das Ansteckungsrisiko für die Tiere gering halten – und das ist nach seinen Worten gelungen. Besonders freut ihn, dass die Schwäne Nachwuchs bekommen haben, obwohl sie erst verspätet an ihre Brutplätze zurückkehren konnten.
Ein Frühjahr mit Verspätung Die Verspätung hatte ihren Grund: Im März 2026 fand das Team zahlreiche verendete Gänse, die größtenteils positiv auf das Aviäre Influenzavirus getestet wurden. Die Rückkehr der Schwäne auf die Alster wurde deshalb verschoben. Umso schöner, dass die Saison trotzdem Nachwuchs gebracht hat.
Im Winterquartier prüft das Schwanenwesen gemeinsam mit dem Veterinäramt die Schutzmaßnahmen und passt sie bei Bedarf an, etwa durch den Austausch einer Zeltanlage. Das gehört laut Bezirksamt zum jährlichen Standardvorgehen.
Viel zu tun für die Wildtierrettung Wie viel Arbeit hinter dem Schutz der Wildtiere steckt, zeigen die Zahlen des Bezirksamts: In diesem Jahr kam das Team bisher auf gut 2.800 Einsätze in Wildtierrettung und Seuchenschutz. Allein zwischen Oktober und Dezember 2025 waren es hamburgweit mehr als 170 Einsätze im Zusammenhang mit der Vogelgrippe. Ein größeres Vogelgrippe-Geschehen gab es nach Angaben des Bezirksamts in diesem Herbst bislang nicht.
Eine Tradition seit Jahrhunderten Die Schwäne gehören zu Hamburg wie kaum ein anderes Tier. Bereits 1664 stellte der Hamburger Rat sie unter besonderen Schutz – wer die Vögel beleidigte, verletzte oder tötete, machte sich strafbar. Seit langer Zeit kümmert sich ein von der Stadt bestellter Schwanenvater um die Tiere: Er füttert sie, versorgt verletzte Schwäne und organisiert Winterquartier und Rückkehr.
Normalerweise überwintern die Schwäne am Eppendorfer Mühlenteich, der eisfrei gehalten wird. Weil dort umgebaut wird, nutzen sie übergangsweise ein Ausweichquartier. Im Frühjahr geht es dann zurück auf die Alster – und mit etwas Glück erneut mit Nachwuchs im Gefolge.
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Alsterschwäne im Winterquartier: Rund 100 Tiere samt Nachwuchs in Ohlsdorf