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76 Millionen Euro für QuantumDiamonds: Deutschland baut Chipprüfung mit Quantensensoren aus
Winzige Fehler in modernen Mikrochips sind oft tief im Inneren verborgen. Das Münchner Start-up QuantumDiamonds will sie mithilfe synthetischer Diamanten sichtbar machen – und erhält dafür 76 Millionen Euro öffentliche Förderung.
Von Firas ·
Je leistungsfähiger Mikrochips werden, desto schwieriger wird ihre Kontrolle. Leiterbahnen und Bauteile liegen heute häufig in mehreren Schichten übereinander. Fehler können tief im Inneren verborgen bleiben – bis ein Chip ausfällt. Genau hier setzt eine Technologie aus München an.
Bund und Freistaat Bayern fördern den Produktionshochlauf des TUM-Spin-offs QuantumDiamonds gemeinsam mit 76 Millionen Euro. Die EU-Kommission hatte die staatliche Beihilfe zuvor genehmigt. Insgesamt plant das Unternehmen Investitionen von rund 152 Millionen Euro in eine neue Produktionsstätte für Halbleiter-Prüfsysteme in München. Wichtig dabei: QuantumDiamonds produziert keine Chips, sondern Anlagen, mit denen sie untersucht werden. Bundeswirtschaftsministerium , EU-Kommission
Das Besondere steckt in synthetischen Diamanten. Winzige Fehlstellen in ihrem Kristallgitter – sogenannte Stickstoff-Fehlstellen-Zentren – reagieren äußerst empfindlich auf Magnetfelder. Da elektrischer Strom ein Magnetfeld erzeugt, lassen sich auf diese Weise Strompfade innerhalb eines Mikrochips abbilden.
So können unter anderem Kurzschlüsse, unterbrochene Leiterbahnen und Leckströme aufgespürt werden – auch in tieferen Schichten und ohne den Chip aufzuschneiden. Das Fraunhofer-Institut EMFT bestätigt, dass die Methode zerstörungsfrei bei Raumtemperatur arbeitet und auch Fehler erkennen kann, bei denen klassische optische oder thermische Verfahren an Grenzen stoßen. Fraunhofer EMFT
QuantumDiamonds wurde 2022 aus der Technischen Universität München ausgegründet. Zu der öffentlichen Förderung kommen 15 Millionen Euro privates Beteiligungskapital. Damit umfasst das aktuelle Finanzierungspaket 91 Millionen Euro. Die Serienproduktion der Prüfsysteme soll nun in München ausgebaut werden. Technische Universität München
Die Technik könnte dazu beitragen, Fehler früher zu finden, Entwicklungszeiten zu verkürzen und weniger Material durch defekte Chips zu verlieren. Dennoch bleibt eine entscheidende Aufgabe: QuantumDiamonds muss noch zeigen, dass sich die Technologie auch im schnellen industriellen Dauereinsatz wirtschaftlich bewährt.
76 Millionen Euro für QuantumDiamonds: Deutschland baut Chipprüfung mit Quantensensoren aus