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7 bis 9 Stunden reichen nicht: Worauf es bei gesundem Schlaf wirklich ankommt
Erholsamer Schlaf unterstützt Herz, Stoffwechsel und psychische Gesundheit. Doch nicht nur die Dauer entscheidet: Regelmäßigkeit, Schlafqualität und unbemerkte Atemaussetzer spielen eine ebenso wichtige Rolle.
Von Max ·
Wer regelmäßig erholt aufwacht, gewinnt nicht nur Energie für den Tag. Schlaf ist eine aktive Erholungsphase, in der Gehirn, Stoffwechsel, Immunsystem sowie Herz und Gefäße wichtige Reparatur- und Regulationsarbeit leisten. Deshalb zählt die American Heart Association gesunden Schlaf inzwischen neben Bewegung, Ernährung, Blutdruck und Blutzucker zu den zentralen Bausteinen der Herz-Kreislauf-Gesundheit. Für die meisten Erwachsenen gelten sieben bis neun Stunden pro Nacht als sinnvoller Orientierungsbereich.
Entscheidend ist jedoch nicht allein die Zahl auf dem Wecker. Eine wissenschaftliche Stellungnahme beschreibt Schlafgesundheit als Zusammenspiel aus Dauer, Qualität, Regelmäßigkeit, passendem Zeitpunkt, ungestörtem Durchschlafen und ausreichender Wachheit am Tag. Wer an Werktagen sehr kurz schläft und am Wochenende stark ausschläft, bringt seinen inneren Rhythmus immer wieder durcheinander. Beobachtungsstudien verbinden sowohl dauerhaft zu kurzen als auch ungewöhnlich langen Schlaf mit höheren Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselprobleme, Depressionen und vorzeitige Sterblichkeit. Dabei gilt: Solche Zusammenhänge beweisen nicht automatisch, dass der Schlaf allein die Ursache ist. Auch bestehende Erkrankungen können den Schlaf verändern.
Besondere Aufmerksamkeit verdient die obstruktive Schlafapnoe. Dabei verengt oder verschließt sich der Atemweg während des Schlafs wiederholt, wodurch Atempausen und Sauerstoffabfälle entstehen. Warnzeichen sind lautes, unregelmäßiges Schnarchen, beobachtete Atemaussetzer, nächtliches Luftschnappen, morgendliche Kopfschmerzen und starke Müdigkeit am Tag. Die gute Nachricht: Untersuchungen werden zunehmend alltagstauglicher und können teilweise zu Hause erfolgen. Bewährte Behandlungen wie die Überdrucktherapie bleiben wichtig. Bei Menschen mit Adipositas können Gewichtsreduktion und in ausgewählten Fällen moderne Medikamente zusätzliche Möglichkeiten eröffnen. In zwei kontrollierten Studien verringerte Tirzepatid bei Betroffenen mit Adipositas die Zahl der nächtlichen Atemstörungen deutlich – eine individuell ausgewählte Therapie ersetzt das jedoch nicht.
Für besseren Schlaf helfen oft unspektakuläre, aber wirksame Routinen: möglichst feste Schlaf- und Aufstehzeiten, ausreichend Zeit im Bett, Tageslicht und Bewegung am Tag sowie ein ruhiges, dunkles und eher kühles Schlafzimmer. Koffein am späten Nachmittag, Alkohol am Abend, schwere Mahlzeiten und helles Bildschirmlicht kurz vor dem Zubettgehen können den Schlaf stören. Ein sieben- bis vierzehntägiges Schlaftagebuch kann außerdem sichtbar machen, welche Gewohnheiten, Belastungen oder Uhrzeiten mit schlechten Nächten zusammenfallen.
Wer länger an Ein- oder Durchschlafproblemen leidet und tagsüber beeinträchtigt ist, sollte die Beschwerden nicht dauerhaft mit frei verkäuflichen Schlafmitteln überdecken. Die deutsche S3-Leitlinie empfiehlt bei chronischer Insomnie die kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie als erste Behandlungsoption. Bei Atemaussetzern, ausgeprägter Tagesmüdigkeit oder schwer einstellbarem Bluthochdruck ist eine ärztliche Abklärung besonders wichtig.
Guter Schlaf ist damit keine Wellness-Zugabe, sondern ein wichtiger Teil täglicher Gesundheitsvorsorge. Schon kleine, dauerhaft eingehaltene Veränderungen können helfen – und anhaltende Beschwerden sind heute besser behandelbar, als viele Betroffene vermuten.
7 bis 9 Stunden reichen nicht: Worauf es bei gesundem Schlaf wirklich ankommt