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40 Jahre .de: Aus sechs Adressen wurden 18 Millionen
Am 5. November wird die Länderendung .de 40 Jahre alt. Angefangen hat sie mit sechs Adressen, heute sind es rund 18 Millionen – verwaltet nicht von einem Konzern, sondern von einer Genossenschaft, die 1996 von 37 Internetanbietern gegründet wurde.
Von Firas ·
Am kommenden Donnerstag, dem 5. November, hat ein Stück deutscher Alltag Geburtstag, das wir ständig lesen und tippen, meist ohne darüber nachzudenken: die Endung .de. Genau 40 Jahre ist es dann her, dass das Länderkürzel für Deutschland in die Datenbank der IANA eingetragen wurde, also in das zentrale Verzeichnis, in dem alle Endungen des Internets geführt werden. So schildert es die DENIC eG, die heute für .de zuständig ist.
Aus diesem unscheinbaren Eintrag ist eine der größten Adresszonen der Welt geworden. Im Juni 2026 wurde die 18-millionste .de-Domain registriert. Statistisch besitzt damit laut DENIC fast jede sechste Person in Deutschland eine .de-Adresse.
Sechs Namen auf einer Liste Der Anfang war klein und ziemlich akademisch. Zunächst wurde .de aus den USA betreut, 1988 übernahm die Universität Dortmund. Zu diesem Zeitpunkt standen laut DENIC genau sechs Domains auf der Liste: dbp.de, rmi.de, telenet.de, uka.de, uni-dortmund.de und uni-paderborn.de. Aus der Rolle der Dortmunder als „Network Information Center“ stammt der Name DENIC.
Gepflegt wurde die Liste damals von Hand. Im Januar 1994 übernahm das Rechenzentrum der Universität Karlsruhe die Verwaltung. Zu diesem Zeitpunkt gab es rund 1.000 .de-Domains.
Eine Genossenschaft statt eines Konzerns Mitte der Neunziger wuchs das Netz so schnell, dass eine neue Lösung hermusste. Am 17. Dezember 1996 gründeten 37 deutsche Internetanbieter die DENIC eG, eine Genossenschaft. Ihr erklärtes Ziel laut DENIC: .de unabhängig von Gewinninteressen zu verwalten. Der Bestand lag damals bei rund 50.000 Adressen. Ab Juli 1997 hatte die Genossenschaft ein Büro in Frankfurt am Main, wo sie bis heute sitzt.
Das Modell hat sich gehalten. Laut Lobbyregister des Bundestags zählte die DENIC eG im Juni 2026 insgesamt 290 Mitglieder. Die Endung .de gehört also keinem einzelnen Unternehmen, sondern wird gemeinschaftlich von vielen Beteiligten getragen.
Von 50.000 auf 18 Millionen Danach ging es schnell. 1999 wurde die erste Million überschritten, 2006 waren es zehn Millionen. Im März 2004 kamen Umlaute und Sonderzeichen hinzu – seitdem sind Adressen mit ä, ö, ü und ß möglich. Seit dem 23. Oktober 2009 sind auch Domains mit nur einem oder zwei Zeichen und reine Ziffernfolgen erlaubt. Vorausgegangen war ein Rechtsstreit, den Volkswagen um die Adresse vw.de geführt hatte.
Im internationalen Vergleich steht .de gut da: Unter den Länderendungen liegt sie laut dem Branchenbericht des Registry-Betreibers Verisign (Stand Ende Juni 2026) nach Registrierungen auf Platz zwei, hinter dem chinesischen .cn und vor dem britischen .uk.
Auch die Verbundenheit ist groß. DENIC verweist auf eine Umfrage des Instituts Ipsos vom Dezember 2025 mit mehr als 1.000 Befragten. Darin gaben 72 Prozent an, sie würden bei freier Wahl .de nehmen. Für .com sprachen sich 29 Prozent aus.
Was bleibt Vierzig Jahre nach dem Eintrag in die IANA-Datenbank ist .de für viele Menschen in Deutschland die naheliegende Adresse im Netz. Dass dahinter keine Aktionäre stehen, sondern eine Genossenschaft, deren Anfänge auf eine von Hand gepflegte Liste an einer Universität zurückgehen, ist eine der stilleren Erfolgsgeschichten des deutschen Internets.
Themen: .de Domain, DENIC eG, Internetgeschichte, Länderkennung, Domainverwaltung, Genossenschaft, Digitalisierung