Hamburg · Hamburger Geschichte
30 Jahre WasserForum: Hamburgs Wassermuseum feiert am 31. Oktober mit freiem Eintritt
Sonst meist nur für Gruppen: Am 31. Oktober feiert das WasserForum 30 Jahre – gratis, mit Führungen und Kinderaktion.
Von Ulrike ·
Wer in Hamburg den Wasserhahn aufdreht, denkt selten darüber nach, welchen Weg das Wasser hinter sich hat – und wohin es danach verschwindet. Genau davon erzählt das WasserForum von HAMBURG WASSER am Billhorner Deich in Rothenburgsort. Die Ausstellung feiert ihr 30-jähriges Bestehen und öffnet dafür am Samstag, 31. Oktober 2026, von 11 bis 16 Uhr bei freiem Eintritt. Eine kleine Besonderheit: Sonst kommt man in der Regel nur mit einer gebuchten Gruppenführung hinein.
Ein Museum im alten Pumpenhaus Schon das Gebäude ist ein Stück Stadtgeschichte. Das WasserForum sitzt im ehemaligen Pumpenhaus der Stadtwasserkunst Rothenburgsort von 1848. Zum Ensemble gehört der 64 Meter hohe Wasserturm, nach Angaben von HAMBURG WASSER der älteste Wasserturm auf dem europäischen Festland. Ein Speicher war er nie: Als Druckausgleichsturm regulierte er über eine Steige- und eine Fallleitung den Druck im Netz. Laut HAMBURG WASSER konnten so erstmals einzelne Haushalte mit Trinkwasser beliefert werden.
Ingenieur William Lindley baute dabei ein pfiffiges Detail ein. Zwischen den beiden Leitungen verlief ein Schornstein, durch den die Rauchgase des kohlebefeuerten Dampfkessels abzogen. Deren Restwärme schützte das Wasser in den Leitungen vor dem Einfrieren. Im Versorgungsnetz spielt der Turm heute keine Rolle mehr; im August 2024 wurde seine neunmonatige Sanierung abgeschlossen.
Von der Fachschau zur Ausstellung für alle Die Wurzeln des WasserForums reichen weiter zurück als drei Jahrzehnte. Seit 1954 diente eine Fachschau der Hamburger Wasserwerke der Aus- und Weiterbildung von Wasserfachleuten. Zwischen 1996 und 2000 entstand dann die heutige Ausstellung – mit dem Ziel, einem breiten Publikum zu zeigen, was die Hamburger Wasserwirtschaft leistet.
Auf drei Etagen geht es um die historische Wasserversorgung, um Gewinnung und Aufbereitung von Grundwasser und um die Reinigung des Abwassers. Modelle, Originalexponate und Anlagenteile machen die Technik greifbar, an Mitmachstationen lässt sich unter anderem ein echtes Siel erkunden.
Das Programm am Jubiläumstag Zum Geburtstag starten stündlich Führungen durch die drei Ausstellungsebenen. Die Themen heißen „Wie alles begann“, „Wasserversorgung und -verteilung heute“ und „Abwasser reinigen“; dabei geht es auch darum, wie sich das WasserForum in den vergangenen 30 Jahren entwickelt hat. Außerdem zeigt das Haus Ausstellungsbereiche, die modernisiert und um neue Themen ergänzt wurden.
Kinder können bei der Mitmach-Aktion „Der Wasserkreislauf“ spielerisch herausfinden, wie Wasserwerk, Trinkwasserversorgung und Klärwerk zusammenhängen. Wer an die Zukunft denkt, ist in der Zukunftswerkstatt „Die Entsiegler – freie Wege für das Wasser“ richtig: Hier dreht sich alles um Starkregen, Klimawandel und eine Stadtentwicklung, die mit Regenwasser klug umgeht. Vorgestellt werden auch Maßnahmen, die im Rahmen des Programms RISA (RegenInfraStrukturAnpassung) bereits umgesetzt sind.
Für Geschichtsfans gibt es Filme und historisches Material – darunter Aufnahmen von der ersten Dükerverlegung unter der Elbe im Jahr 1970. Ein Düker ist eine Leitung, die ein Hindernis wie einen Fluss unterquert.
Teil von #seeforfree Gefeiert wird im Rahmen von #seeforfree: Am Reformationstag öffnen 50 Hamburger Museen und Ausstellungsorte ihre Türen, ohne Eintritt zu verlangen – das WasserForum ist eines davon. Seit einem Beschluss der Bürgerschaft von 2018 sind die staatlichen Museen an diesem Tag kostenlos, private Häuser schließen sich zunehmend an. Koordiniert wird der Tag vom Museumsdienst Hamburg im Auftrag der Behörde für Kultur und Medien. Kultursenator Carsten Brosda betont: „#seeforfree steht für weit mehr als nur einen freien Eintritt.“
Gut zu wissen Das WasserForum liegt am Billhorner Deich 2 (20539 Hamburg). Von der S-Bahn-Station Rothenburgsort sind es rund 400 Meter zu Fuß, Busse halten an der Station Billhorner Deich. Wichtig: Das Haus ist nicht barrierefrei zugänglich. Wer den 31. Oktober verpasst, hat am 20. Dezember 2026 von 12.30 bis 16 Uhr die nächste Gelegenheit zu einer Sonderöffnung, dann im Rahmen des Lebendigen Adventskalenders Rothenburgsort. Gruppenführungen lassen sich über die Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe buchen.
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30 Jahre WasserForum: Hamburgs Wassermuseum feiert am 31. Oktober mit freiem Eintritt