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30 Jahre EM-Titel: Die Europameister von 1996 feiern Wiedersehen beim DFB
Drei Jahrzehnte nach Wembley stellen Berti Vogts und Jürgen Klinsmann den EM-Pokal in eine neue Vitrine am DFB-Campus.
Von Firas ·
Um 10 Uhr rollte am Montag ein Teambus auf den DFB-Campus in Frankfurt am Main. Heraus stiegen keine aktuellen Nationalspieler, sondern Männer, die vor 30 Jahren Fußballgeschichte geschrieben haben: die Europameister von 1996. Berti Vogts, damals Bundestrainer, und Jürgen Klinsmann, damals Kapitän, trugen gemeinsam den EM-Pokal durch ein Spalier aus mehreren hundert Mitarbeitenden des Deutschen Fußball-Bundes, dazu wehten schwarz-rot-goldene Fahnen.
Der Pokal hat nun einen festen Platz: Vogts und Klinsmann stellten ihn in eine neue Vitrine am Eingang des Campus. Dort können Besucherinnen und Besucher ihn von jetzt an sehen.
Wiedersehen mit vertrauten Gesichtern Neben Vogts, seinem damaligen Assistenten Rainer Bonhof und Klinsmann kamen laut DFB unter anderem Oliver Bierhoff, Marco Bode, Steffen Freund, Thomas Helmer, Jürgen Kohler, Stefan Kuntz, Andreas Möller, Oliver Reck, Stefan Reuter, Matthias Sammer und Jens Todt. DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Generalsekretär Holger Blask überreichten jedem Nationalspieler ein personalisiertes Trikot, auf einer Leinwand liefen Bilder aus dem Turnier.
Neuendorf war bei der EM 1996 selbst als Fan in England dabei. Er erinnerte sich: „Das war ein sensationelles Turnier.“ Besonders hob er den Teamgeist der Mannschaft hervor.
Andreas Möller, der bereits 1990 in Rom Weltmeister geworden war, lobte die Führungsspieler von damals, die sich in den Dienst der Mannschaft gestellt hätten. Und er sagte: „Das war mein Turnier, deswegen bin ich auch gerne heute hier.“
Sechs Bundestrainer an einem Ort Der Tag brachte auch eine kleine Premiere. Neben Vogts und Klinsmann, der die Nationalmannschaft später als Bundestrainer bei der WM 2006 auf Platz drei führte, kamen Rudi Völler, Joachim Löw, der amtierende Bundestrainer Jürgen Klopp und die frühere Frauen-Bundestrainerin Silvia Neid. Sechs aktuelle und ehemalige Bundestrainerinnen und Bundestrainer gleichzeitig am Campus – das hatte es laut DFB noch nie gegeben.
Auch weitere Trophäen zogen um: Löw übergab den WM-Pokal von 2014, Neid stellte den Pokal der Weltmeisterinnen in die neue Pokalwand.
Und die Zukunft war ebenfalls da: Spieler der aktuellen U18-Nationalmannschaft, die gerade zu einem Lehrgang am Campus waren, schauten bei dem Empfang vorbei.
Rückblick: Der Sommer von Wembley Bei der EURO 1996 in England holte Deutschland seinen dritten EM-Titel. Auf dem Weg ins Finale wartete im Halbfinale im Wembley-Stadion Gastgeber England. Nach 120 Minuten stand es 1:1 – Alan Shearer hatte England früh in Führung gebracht, Stefan Kuntz ausgeglichen. Im Elfmeterschießen trafen beide Teams zunächst sicher, bis Andreas Köpke den Schuss von Gareth Southgate parierte. Möller verwandelte danach den entscheidenden Elfmeter.
Das Finale am 30. Juni 1996, ebenfalls in Wembley, begann für die Mannschaft von Berti Vogts holprig: Patrik Berger brachte Tschechien per Elfmeter in Führung. Dann kam der eingewechselte Oliver Bierhoff. Er glich aus und erzielte in der 95. Minute das 2:1 – nach Angaben der UEFA das erste Golden Goal im A-Länderspielfußball. Ein Tor in der Verlängerung beendete nach dieser Regel das Spiel sofort.
30 Jahre nach dem Abend von Wembley hat der Pokal nun in Frankfurt ein dauerhaftes Zuhause gefunden.
Themen: Europameister 1996, DFB Campus, EM Pokal, Fußballgeschichte, Berti Vogts, Jürgen Klinsmann, Wembley 1996
30 Jahre EM-Titel: Die Europameister von 1996 feiern Wiedersehen beim DFB