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10 Euro vom Staat: Wer von der Frühstartrente profitiert – und wer leer ausgeht
Zehn Euro im Monat sollen Kindern den Einstieg in die Altersvorsorge ermöglichen. Über Jahrzehnte könnten daraus 53.000 Euro werden. Doch die beeindruckende Zahl beruht auf Annahmen – und zunächst profitiert nur ein Jahrgang.
Von Denise ·
Zehn Euro, die Jahrzehnte wachsen: So soll die Frühstartrente funktionieren Ein kleiner staatlicher Zuschuss könnte für viele Kinder zum ersten Baustein ihrer Altersvorsorge werden: Mit der geplanten Frühstartrente will der Bund monatlich zehn Euro in ein kapitalgedecktes Depot einzahlen. Der lange Anlagezeitraum soll dafür sorgen, dass daraus später deutlich mehr wird.
Nach dem Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums startet die Förderung mit Kindern des Geburtsjahrgangs 2020, die ihren ersten Wohnsitz in Deutschland haben. Sie sollen die Zahlungen rückwirkend ab 2026 erhalten. Ab 2027 käme jährlich der nächste Jahrgang der Sechsjährigen hinzu. Ältere Kinder, die vor 2020 geboren wurden, erhalten nach derzeitigem Stand keinen staatlichen Zuschuss.
Eltern könnten bei einem Anbieter ein zertifiziertes Standarddepot eröffnen. Tun sie das nicht, soll das Geld trotzdem nicht verloren gehen: Für diese Kinder ist eine kollektive, weltweit gestreute Aktienanlage vorgesehen, die von der Deutschen Bundesbank verwaltet wird. Das angesparte Kapital könnte später in einen persönlichen Vorsorgevertrag übertragen werden.
Wie aus 1.440 Euro angeblich 53.000 Euro werden Zwischen dem sechsten und dem 18. Geburtstag zahlt der Staat insgesamt höchstens 1.440 Euro ein. Bei einer angenommenen Wertentwicklung von sieben Prozent jährlich könnten daraus bis zur Volljährigkeit rund 2.200 Euro und bis zum 65. Lebensjahr etwa 53.000 Euro werden – selbst wenn anschließend kein weiterer Euro eingezahlt wird.
Das zeigt eindrucksvoll die Kraft langer Anlagezeiträume. Eine Garantie ist die Summe jedoch nicht. Kurse schwanken, Kosten mindern den Ertrag und sieben Prozent Rendite pro Jahr sind keineswegs sicher. Die Rechnung berücksichtigt außerdem weder die spätere Besteuerung noch den Kaufkraftverlust. Bei durchschnittlich zwei Prozent Inflation entsprächen 53.000 Euro in knapp sechs Jahrzehnten nur noch etwa 16.500 Euro heutiger Kaufkraft.
Eltern und Großeltern sollen freiwillig zusätzlich einzahlen dürfen. Bis zu 6.840 Euro pro Jahr sind vorgesehen. Das Vermögen bleibt grundsätzlich bis mindestens zum 65. Geburtstag gebunden und ist damit nicht für Studium, Führerschein oder die erste Wohnung verfügbar.
Die Frühstartrente ersetzt deshalb keine gesetzliche Rente. Sie könnte aber Kindern unabhängig vom Elternhaus einen frühen Zugang zum langfristigen Vermögensaufbau eröffnen.
Wichtig: Bislang liegt lediglich ein Referentenentwurf vor. Das Gesetzgebungsverfahren soll noch 2026 abgeschlossen werden; Änderungen sind weiterhin möglich.
10 Euro vom Staat: Wer von der Frühstartrente profitiert – und wer leer ausgeht